Donnerstag, 2. Oktober 2025

Zur Erinnerung an den Libanonkrieg 1982

 Wikipedia:

"Ende August richtete die PLO in Tunis ihr neues Hauptquartier ein. Am 3. September war der Abzug aus Beirut weitgehend abgeschlossen. Daraufhin verließen die rund 3.600 syrischen Soldaten die Stadt in Richtung Bekaa-Ebene und anschließend zogen die multinationalen Truppen ab.[8] Die erhoffte Stabilisierung des Libanon trat jedoch nicht ein. Sowohl Syrer als auch Israelis verweigerten den von den USA verlangten Abzug aus dem Land. Am 14. September 1982 fiel der erst am 23. August gewählte Präsident Gemayel einem Bombenanschlag zum Opfer. Israelische Truppen rückten daraufhin in Beirut ein und schlossen die palästinensischen Flüchtlingslager in der Stadt ein, betraten sie jedoch nicht.[48]

Ab dem 16. September kam es dann zu einem zweitägigen Massaker in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila durch Anhänger der maronitischen Phalange-Miliz Gemayels unter dem Kommando von Elie Hobeika (damals Verbindungsoffizier zwischen Kata'eb und IDF). Schätzungen über die Zahl der Opfer sind umstritten und reichen von 300[48] bis 3000.[49] Nachdem die reguläre libanesische Armee es abgelehnt hatte, die Lager zu besetzen, wies Verteidigungsminister Scharon das israelische Militär an, die Säuberung der Lager von etwaigem Widerstand den Milizen zu überlassen.[48] Als Reaktion auf das Massaker beorderte US-Präsident Reagan die multinationale Truppe wieder nach Beirut zurück, um die Kampfhandlungen zu beenden. Dies war der Auftakt zu einer etwa anderthalbjährigen Präsenz im Land.[8]

Politische Folgen

Eine Untersuchungskommission, die in Israel auf Druck der Öffentlichkeit die Vorgänge um den Libanonkrieg beleuchten sollte, stellte im Februar 1983 fest, dass es Premierminister Begin versäumt hatte, die Handlungen seiner Untergebenen ausreichend zu überwachen, und verurteilte das Verhalten insbesondere von Verteidigungsminister Ariel Scharon und Stabschef Rafael Eitan schwer. Beide mussten ihre Posten danach aufgeben und Premier Begin im September des Jahres zurücktreten.[48]"


In Susan Abulhawa: Mornings in Jenin wird dazu Robert Fisk in seinem Buch "Pity the Nation" (Pity the Nation: Lebanon at War. Oxford University Press, 2001) 
zitiert:

"Two days later, the first western journalists entered the camp and bore witness. Robert Fisk wrote of it in Pity the Nation: They were everywhere, in the road, the laneways, in the back yards and broken rooms, beneath crumpled masonry and across the top of garbage tips. When we had seen a hundred bodies, we stopped counting. Down every alleyway, there were corpses—women, young men, babies and grandparents—lying together in lazy and terrible profusion where they had been knifed or machine-gunned to death. Each corridor through the rubble produced more bodies. The patients at the Palestinian hospital had disappeared after gunmen ordered the doctors to leave. Everywhere, we found signs of hastily dug mass graves. Even while we were there, amid the evidence of such savagery, we could see the Israelis watching us. From the top of the tower block to the west, we could see them staring at us through field-glasses, scanning back and forth across the streets of corpses, the lenses of the binoculars sometimes flashing in the sun as their gaze ranged through the camp. Loren Jenkins [of the Washington Post] cursed a lot. Jenkins immediately realized that the Israeli defense minister would have to bear some responsibility for this horror. “Sharon!” he shouted. “That fucker [Ariel] Sharon! This is Deir Yassin all over again.” What we found inside the Palestinian Shatila camp at ten o’clock on the morning of 18 September 1982 did not quite beggar description, although it would have been easier to retell in the cold prose of a medical examination. There had been massacres before in Lebanon, but rarely on this scale and never overlooked by a regular, supposedly disciplined army. In the panic and hatred of battle, tens of thousands had been killed in this country. But these people, hundreds of them, had been shot down unarmed. This was a mass killing, an incident—how easily we used the word “incident” in Lebanon—that was also an atrocity. It went beyond even what the Israelis would have in other circumstances called a terrorist atrocity. It was a war crime.

Jenkins and I were so overwhelmed by what we found in Shatila that at first we were unable to register our own shock. We might have accepted evidence of a few murders; even dozens of bodies, killed in the heat of combat. But there were women lying in houses with their skirts torn up to their waists and their legs wide apart, children with their throats cut, rows of young men shot in the back after being lined up at an execution wall. There were babies— blackened babies because they had been slaughtered more than 24 hours earlier and their small bodies were already in a state of decomposition—tossed into rubbish heaps alongside discarded U.S. Army ration tins, Israeli army medical equipment, and empty bottles of whisky."

Das 20-Punkte-Programm von Donald Trump soll solche Szenen verhindern. Die Bevölkerung von Gaza wird 1982 in Erinnerung  haben, und wenn nicht, wird die Hamas, die in Gaza-Stadt noch die Entscheidung über die Annahme des Plans zu treffen hat, sich und die Bevölkerung daran erinnern.

In ihrem Roman lässt Susan Abulhawa die Erzählerin aus ihrer Verzweiflung, ihrer Wut und ihrem Rachebedürfnis für den Tod ihres Geliebten befreit werden durch die Geburt und das Liebesbedürfnis des Kindes ihres Geliebten, doch parallel ihren Bruder von der PLO sich radikalisieren zum Selbstmordattentäter.

So bemüht sie sich, ihre Leser für beide Seiten Verständnis zu gewinnen. 

Kann das 20-Punkte-Programm beide Seiten nach dem, was geschehen ist,  wieder zusammenführen?

"Die BBC zitierte einen ranghohen Hamas-Vertreter, der sagte, wahrscheinlich werde Trumps Friedensplan abgelehnt, da dieser "den Interessen Israels diene" und "die Interessen des palästinensischen Volkes ignoriere". Die Hamas sei wahrscheinlich nicht bereit, ihre Waffen abzugeben. Dies ist aber eine zentrale Bedingung von Trumps Plan. Ein weiterer wesentlicher Knackpunkt dürfte für die Hamas sein, dass von ihr verlangt wird, alle Geiseln auf einmal freizulassen - und damit ihre einzige Verhandlungsmasse aufzugeben." (Tagesschau.de 1.10.25)

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