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Freitag, 17. Juli 2026

Trump sät Zweifel an Wahlsicherheit

 Studien wie diese zeigen schon länger ein schwindendes Vertrauen der US-Bevölkerung in den demokratischen Prozess. Wenige Monate vor den Zwischenwahlen in den USA (mehr Infos dazu bei der Zeit) hat Präsident Donald Trump nun erneut zahlreiche Behauptungen über eine angebliche Bedrohung der Wahlsicherheit aufgestellt. In einer eigens dafür anberaumten Ansprache an die Bevölkerung erklärte der Republikaner, die US-Wahlmaschinen und Stimmauszählungssysteme seien „anfällig für Hacking, Manipulation und Korruption“. Dabei wiederholte er auch die längst widerlegte Behauptung, ihm sei der Wahlsieg 2020 „gestohlen” worden, und sprach von einer angeblichen ausländischen Einmischung in US-Wahlen.

Das RND erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass dem Präsidenten bereits am 7. Januar 2021 eine Einschätzung der US-Geheimdienste vorlag, wonach kein ausländischer Staat versucht hatte, Wahlergebnisse zu verändern oder gefälschte Stimmzettel einzusetzen. Auch die Dokumente, die das Weiße Haus parallel zur Rede auf einer eigens eingerichteten Webseite zur Wahlsicherheit veröffentlichte, stützten die Behauptungen des Präsidenten laut Recherchen der New York Times nicht. Schon im Vorfeld der Rede mahnte t-online, dass es nun wichtiger denn je sei, „zwischen Trumps politischer Inszenierung, der Glaubhaftigkeit neuer Informationen und tatsächlich belegbaren Fakten sauber zu unterscheiden“. (Luzia von Krautreporter)

Donnerstag, 2. Juli 2026

euro|topics: USA: Versilbert Donald Trump sein Amt?

 

Donald Trump verdient gut: In einer am Dienstag veröffentlichten 927-seitigen Erklärung hat er für 2025 Einnahmen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar deklariert – 3,5 Mal mehr als im Jahr vor seiner zweiten Amtsübernahme. Über 1,4 Milliarden Dollar stammen dabei aus den Kryptowährungs-Geschäften seiner Familie. Das verursacht allgemeines Kopfschütteln bei Europas Presse.

Corriere della Sera (IT)

Die Börse immer im Blick

Corriere della Sera hat keine Zweifel:

„Letzte Woche gab das Pentagon die Nachricht von neuen US-Luftangriffen auf iranische Ziele als Vergeltung für den Angriff der Pasdaran auf ein Schiff in der Straße von Hormus am Nachmittag nach Börsenschluss bekannt, um plötzliche Kursverluste zu verhindern. Und das Gerücht über eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen in Doha wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag gestreut, als der Handel mit Aktien-Futures im Vorfeld der Wiedereröffnung der Finanzmärkte anlief. ... In Trumps zweiter Amtszeit haben wir uns mittlerweile an etwas gewöhnt, was bis vor kurzem noch undenkbar war: einen Präsidenten, der Drohungen, Versprechen, abfällige Urteile und Lob auch deshalb ausspricht, um die Börsenkurse zu beeinflussen und Gewinner und Verlierer unter den US-Unternehmen zu bestimmen.“

Massimo Gaggi
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Le Monde (FR)

Gründungsväter würden sich im Grabe umdrehen

Le Monde beklagt das Ende präsidialer Tugenden:

„Donald Trump lässt die Wette der Gründerväter hinsichtlich der Vorbildlichkeit der US-Präsidenten scheitern. Nach Tugenden braucht bei einer mit offenkundiger Korruption und Bereicherungsdrang verbundenen Präsidentschaft niemand mehr zu suchen. ... Angesichts der Machtausweitung der Exekutive, die von einem Supreme Court abgesegnet wurde, der sich einer quasi-imperialen Präsidentschaft fügt, sowie der Verachtung für Recht und Fakten prägt die völlige Verwässerung des Begriffs Interessenkonflikt diese zweite Amtszeit.“

Gilles Paris
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TVNet (LV)

Politik und Privatinteresse gehen Hand in Hand

TVNet kommentiert:

„Ob Trump mit seinen Geschäften gegen das Gesetz verstoßen hat, ist noch nicht eindeutig geklärt. Das Weiße Haus bestreitet kategorisch, dass die Geschäfte des Präsidenten einen Interessenkonflikt darstellen, und betont, die betroffenen Unternehmen würden von seinen Söhnen geführt und alle Entscheidungen der Regierung im Interesse der Öffentlichkeit getroffen. Historiker betonen jedoch, dass es nicht mehr nur um die Höhe von Trumps persönlichen Gewinnen gehe – vielmehr stelle sich die Frage, wie sich das Verständnis des US-Präsidentenamtes selbst verändert hat. Während frühere Präsidenten auch nur den Anschein eines Interessenkonflikts vermieden, sind in Trumps zweiter Amtszeit erstmals private Unternehmen und die Politik des Weißen Hauses so deutlich miteinander verflochten.“

Linda Anna Dāldere
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The Independent (GB)

Kryptowährungen müssen reguliert werden

The Independent hält Trumps Vermögenszuwachs für einen Beweis, dass es klare Regeln für die Krypto-Branche braucht:

„Hier stellt sich eindeutig die Frage eines Interessenkonflikts – nicht zuletzt angesichts von Trumps enthusiastischer Förderung von Kryptowährungen durch Dekrete und neue Gesetze. Es sollte eigentlich Regeln und Vorschriften dazu geben, doch die Institutionen der demokratischen Welt haben mit dieser neuen Gattung von Krypto-Politikern nicht Schritt gehalten. … In einer Zeit, in der das Vertrauen in Politiker ohnehin gering ist (selbst nach üblichen Maßstäben) und Kryptowährungen derart undurchsichtig sind, braucht jede Demokratie bessere Regeln.“

Sean O'Grady
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The Guardian (GB)

Anerkennung gibt es nicht für Geld

Trump hat zwar Rekordeinnahmen zu verzeichnen, strauchelt aber als Politiker, diagnostiziert The Guardian:

„Einerseits hat er nun erreicht, wonach er sich in seinem Leben schon immer verzweifelt gesehnt hat, nämlich echten, unvorstellbaren Reichtum. Andererseits geht dies auf Kosten dessen, was er sich in seinem Leben ebenfalls schon immer verzweifelt gewünscht hat: allgemeine Bewunderung und Beifall. Dieser Tauschhandel ist moralisch so stimmig, dass er direkt aus einer Fabel stammen könnte, aber genau an diesem Punkt befindet sich der US-Präsident derzeit: reich, aber verspottet; erfolgreich, wenn man sein Einkommen betrachtet, aber ein absoluter Versager als Staatschef mit einer Zustimmungsrate von nur 39 Prozent.“

Emma Brockes
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Montag, 11. Mai 2026

Kubas Bevölkerung, stranguliert von Sanktionen, vegetiert dahin dank Überweisungen von Exilkubanern

 Wer rettet ihr Kuba? ZEIT 7.5.2026

Nach dem Erfolg der sozialistischen Revolution in Kuba 1959 und der gescheiterten von den USA unterstützten Invasion von Exilkubaners in der Schweinebucht lehnte sich Fidel Castro mit einer "Proklamation der Sozialistischen Republik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus" (Wikipedia) an die Sowjetunion an, worauf die USA ein Embargo gegen Kuba verhängten. Auf die innenpolitischen Probleme wegen der erschwerten wirtschaftlichen Situation reagierte Castro mit verschärftem Druck und gelegentlicher Freigabe für Exilanten.

Der Versuch Chrustschows die Insel durch Stationierung von Atomwaffen unangreifbar zu machen, scheiterte 1962 in der Kubakrise, die an den Rand eines Atomkriegs führte, der mit dem Rückzug der Atomwaffen abgewendet wurde. Seitdem gibt es in Florida eine große Gruppe von Exilkubanern, die auf Rückkehr nach Kuba hoffen, und den verbliebenen Kubanern, die sich nicht für die Flucht entschieden haben.

"Das Verhältnis dieser beiden Länder ähnelt dem zwischen zerstrittenen Verwandten – zu nah, um indifferent zu sein, zu belastet, um normal miteinander zu reden. Yamila, die Tochter in Florida, und ihre Mutter Clara in Havanna gehören zu einer von Hunderttausenden Familien, deren Mitglieder sich seit Jahren oder Jahrzehnten auf verschiedenen Seiten wiederfinden, getrennt durch ein paar Dutzend Seemeilen und die Feindschaft der Systeme. Eine Feindschaft, die derzeit so groß ist wie selten zuvor. [...] " (ZEIT 7.5.2026)

Ambivalent bis grotesk wird die Situation dadurch, dass Exilkubaner das Überleben ihrer Familien durch Finanzhilfen und von spezialisierten US-Firmen, die Lebensmittel nach Kuba liefern, sicherzustellen suchen, während andere und zum Teil dieselben auf eine baldige Besetzung Kubas hoffen. Trump scheint auf eine Kapitulation der kubanischen Regierung zu hoffen. Seine Kommunikation dazu ist - wie üblich - widersprüchlich. 

"Sie alle haben noch Angehörige in Kuba. Gespaltene Familien, wie die von Yamila und Clara. Oder wie die von Marco Rubio.*

Trumps Außenminister, geboren 1971, wuchs nur ein paar Minuten von der »antikommunistischen Straßenecke« in Miami entfernt auf. Seine Eltern waren keine Exilanten im engeren Sinne, sie kamen schon vor der Revolution nach Florida. Aber noch immer leben Verwandte der Rubios in Kuba, und all das, seine Herkunft, seine Familiengeschichte, macht Marco Rubio für viele in Little Havana zu einem von ihnen: Er wurde groß mit der Vorstellung, Kuba müsse eines Tages befreit werden. Fidel Castros Triumph war für ihn nie eine Sache der Vergangenheit, sondern etwas, das bekämpft werden musste. Fast jeder Kubaner, den man in Florida auf den Außenminister anspricht, sagt diesen einen Satz: »Marco Rubio spürt unseren Schmerz.« Auch Yamila Pérez ist sein Fan. Ein noch größerer als von Donald Trump. Und das will etwas heißen. [...]

Doch so groß die Hoffnung in Little Havana gerade ist: Nicht alle trauen Donald Trump. »Ich habe eine schizophrene Beziehung zu ihm. Ich liebe ihn. Und ich hasse ihn«, sagt ein junger Mann, einer von denen, die 2021 gegen das kubanische Regime auf die Straße gingen und anschließend die Insel verließen. Sein Asylantrag in den USA wurde abgelehnt, nun befürchtet er, abgeschoben zu werden. »Dann lande ich in Kuba direkt im Gefängnis.«

Trump hat in Florida das »Alligator-Alcatraz« gebaut, ein Abschiebegefängnis in den Sümpfen, in dem mindestens 630 Kubaner festgehalten werden. Er, auf den so viele von ihnen setzen, hat mehr Kubaner außer Landes bringen lassen als jeder andere Präsident. [...]

Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai, protestierten in Havanna eine halbe Million Kubaner gegen die USA. Wenige Stunden später verschärfte Donald Trump seine Sanktionen, auch gegen Funktionäre der kubanischen Energiewirtschaft. Und er sagte bei einem Auftritt in Florida, er werde Kuba »praktisch sofort übernehmen«. In Trumpscher Manier, halb als Witz, halb ernst, schob er hinterher: »Auf dem Rückweg aus dem Iran werden wir den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln – den größten der Welt – vorbeischicken. Der soll dann vor der Küste stoppen, und dann werden sie sagen: Vielen Dank. Wir geben auf.« Marco Rubio, der Außenminister, verkündete vier Tage später: »Der Status quo in Kuba ist nicht akzeptabel. Wir werden uns darum kümmern.«

Aber was, wenn sein Chef gar keinen Regimewechsel möchte – sondern einfach nur Geschäfte machen will?

Venezuela. Iran. Kuba. Donald Trump, das wird immer deutlicher, will der Präsident sein, der Probleme der Weltpolitik löst, mit denen sich seine Vorgänger herumgeschlagen haben. Ein Präsident für die Geschichtsbücher. Nur denkt er dabei eben immer auch ans Business. In diesem Fall: an die Hunderte Kilometer unbebaute Küstenlinie in Kuba, an die traumhaften Sandstrände. Schon 2008 ließ er den Markennamen »Trump« in Havanna für Casinos, Hotels und Golfplätze eintragen.

»Wenn Trump Geschäfte machen will in Kuba: gut so!«, sagt Yamila. »Dann gibt es dort wenigstens Jobs.« Wobei sie schon enttäuscht wäre, sollte sich am Ende das Regime an der Macht halten. »Ich möchte alle Castros vor Gericht sehen. Den 94-jährigen Raúl. Und Fidel sollen sie in seinem Sarg rüberbringen und ihm den Prozess machen.«

Vor ein paar Wochen traf sich Marco Rubio zu Gesprächen mit Raúl Castros Enkelsohn, der den Spitznamen »Krebs« trägt, weil er angeblich mit sechs Fingern an einer Hand auf die Welt kam. Der Krebs war jahrelang der Bodyguard seines Opas. Nach dem Treffen deutete Rubio an, dass die Amerikaner vielleicht doch einverstanden wären, wenn das alte System noch eine Weile fortbesteht – es klingt nach einer Verständigung, wie mit Venezuela, wie vielleicht auch irgendwann mit den Revolutionsgarden im Iran. Deal statt Regimewechsel.

Bis dahin wird es in Kuba wohl weitergehen mit dem langsamen Zermürben: noch mehr Stromausfälle, noch teurere Lebensmittel, noch mehr Migration. Und noch mehr Rücküberweisungen. Krise, wie immer schon, aber immer heftiger." Wer rettet ihr Kuba? ZEIT 7.5.2026)

*Rubio war Mitglied im Senate Intelligence Committee. Dieses untersucht u. a. die Frage, ob Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam oder Transition Team unerlaubte Kontakte zur Regierung Russlands hatten.[45] Des Weiteren setzte er sich dafür ein, während der Obama-Regierungszeit eingeführte Handels- und Tourismuserleichterungen für Kuba teilweise wieder aufzuheben, um „das Militär, den Geheimdienst und die Sicherheitskräfte des kommunistischen Kuba“ nicht zu unterstützen.[46] Am 18. November 2020 wandte sich Marco Rubio zusammen mit den Senatoren Tom Cotton, Ted Cruz und Kelly Loeffler in einem Brief an Präsident Donald Trump mit der Bitte, im Westjordanland hergestellte Waren als „Made in Israel“ zu kennzeichnen.[47]

Rubio wurde 2022 wiedergewählt.[48]

Nachdem Trump die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen hatte, nominierte er Marco Rubio im November 2024 als Außenminister.[49] Am 20. Januar 2025 wurde er einstimmig vom Senat als Außenminister bestätigt. Infolge seiner Bestätigung als Außenminister trat Rubio am 20. Januar 2025 von seinem Senatorenamt zurück." (Wikipedia)


Montag, 4. Mai 2026

Merz zum Verhältnis Deutschland - USA

 "[...] Miosga hakt ein: "Trump hätte gerne jetzt schon Ihre Hilfe." Merz erzählt daraufhin von einer direkten Kritik, die er Trump am Telefon mitgeteilt habe. "Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an und frag uns." Dann hätte man eine Form der Hilfe "im Detail" besprechen können. Der Kanzler möchte nicht übergangen werden, es geht ihm um gemeinsame Absprachen, wie etwa nach dem 11. September 2001, als man in gemeinsamer Absprache "mit Amerika in den Krieg gezogen" sei, gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida in Afghanistan. Auch wenn Deutschland diesmal keinen Krieg führen und keine Soldaten entsenden will.

Merz spricht von einer "schwierigen Lage", aus der er hofft "herauszukommen". Immer wieder erwähnt er, wie viel ihm das transatlantische Verhältnis wert ist. Ein wenig Appeasement-Politik. "Ich muss akzeptieren, dass der amerikanische Präsident zu diesen Themen eine andere Meinung hat. Aber das ändert nichts daran, dass meine Überzeugung bleibt: Die Amerikaner sind für uns die wichtigsten Partner im Nordatlantischen Bündnis." Außerdem gebe es in Washington auch Gesprächspartner, die die Sorgen der Europäer verstehen und die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges erkennen.

Als Talkmasterin Miosga wissen möchte, ob Merz die Iran-Sätze aus dem Sauerland trotz des daraus folgenden diplomatischen Störfeuers noch einmal sagen würde, trinkt der Kanzler erst einmal einen großen Schluck Wasser. Zeit gewinnen. Dann holt er tief Luft. Er stottert leicht, was selten bei ihm der Fall ist.

"Wir haben eine unterschiedliche Betrachtung dieses Krieges", sagt Merz. "Das ist auch kein Geheimnis. Wir haben ein gemeinsames Ziel und das lautet: Der Iran darf nicht in den Besitz der Atombombe kommen." [...]" (ntv 3.5.26)

Freitag, 24. April 2026

Wichtige Dekrete des US-Präsidenten Donald Trump u.a.

Liste 2026 in zeitlicher Reihenfolge  ZEIT 26.3.2026

Dort findet sich auch:

Dekrete des US-Präsidenten

In den USA haben Präsidenten die Möglichkeit, per Dekret verbindliche Anordnungen für Behörden zu erlassen und bestehende Gesetze zu präzisieren oder weiterzuentwickeln. Auch den nationalen Notstand kann der Präsident durch eine sogenannte Executive Order verhängen.

Vielen US-Präsidenten wurde vorgeworfen, per Dekret zu regieren. Da die sogenannten Executive Orders nicht den Gesetzgebungsprozess durchlaufen, hat der Präsident die Möglichkeit, durch den Rückgriff auf Dekrete den Kongress zu umgehen. Zwar kann der Kongress Entscheidungen des Präsidenten durch neue Gesetze ersetzen oder Geld zurückhalten, um die Umsetzung eines präsidentiellen Dekrets zu verhindern. Dagegen kann jedoch wiederum der Präsident sein Veto einlegen. Dieses kann nur durch eine Zweidrittelmehrheit des Kongresses überstimmt werden.

Dekrete bleiben so lange in Kraft, bis der Präsident selbst oder sein Nachfolger sie aufhebt. Auch Gerichte können Dekrete für nichtig erklären, wenn sie sie als Verstoß gegen die Verfassung einstufen. Donald Trumps Dekret zur Abschaffung des Rechts auf Staatsbürgerschaft durch Geburt in den USA etwa wurde bereits von mehreren Gerichten gestoppt. 

Bereits in seiner ersten Amtszeit hatten Gerichte mehrere von Trumps Dekreten außer Kraft gesetzt. So hoben Richter wesentliche Bestimmungen des sogenannten Muslim Ban auf, mit dem Trump wenige Tage nach seinem Amtsantritt 2017 Einreiseverbote für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern erlassen hatte. Trump hob das Dekret schließlich auf und ersetzte es durch ein neues, das ebenfalls Einreiseverbote enthielt. Dieses Dekret hob sein Nachfolger Joe Biden am Tag seiner Amtseinführung 2021 auf.

Samstag, 4. April 2026

Das passiert, wenn Donald Trump stirbt

 [...] In diesem Fall übernimmt sofort der Vize-Präsident das Amt. Dies wäre derzeit J.D. Vance, ehemaliger US-Senator aus dem Bundesstaat Ohio. Nachdem der Vize den Amtseid abgelegt hätte, würde dieser die Geschäfte weiterführen. Danach käme in dieser Rangfolge der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, dies wäre der Republikaner Mike Johnson. Anschließend würden folgende Ämter laut der amerikanischen Verfassung folgen (absteigend sortiert):

  • Sprecher des US-Repräsentantenhauses
  • Außenminister
  • Finanzminister
  • Verteidigungsminister
  • Generalstaatsanwalt (entspricht dem Justizminister)
  • Innenminister
  • Landwirtschaftsminister
  • weitere Kabinettsmitglieder
Damit die Regierung handlungsfähig bleibt, gilt in dieser Frage stets das Prinzip „Designated survivor”. Dies findet beispielsweise bei besonderen Anlässen, wie der traditionellen Rede des US-Präsidenten zur Lage der Nation, Anwendung. Mit der Gefahr eines Anschlags bleibt somit immer ein Kabinettsmitglied der Rede fern. So gibt es im Notfall einen hohen Repräsentanten, der die Regierungsgeschäfte interimsmäßig übernehmen kann. [...] 

Montag, 30. März 2026

euro|topics: Ein Monat Iran-Krieg: Eskalation ohne Ende?

Einen Monat nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ist keine Entspannung in Sicht. Zwar kündigte Pakistans Regierung an, zwischen Washington und Teheran vermitteln zu wollen. Gleichzeitig bereiten sich die USA laut Medienberichten auf den Einsatz von Bodentruppen vor. Zusätzlich haben auch die Huthi im Jemen ihren Kriegseintritt verkündet und Raketen auf Israel abgefeuert.

El Periódico de Catalunya (ES)

Ein Ausflug in die Hölle

El Periódico de Catalunya sieht einen neuen Weltkrieg heraufziehen:

„Der Ausflug, von dem Donald Trump so frivol sprach, führt in die Hölle. ... Der Eintritt der jemenitischen Huthi-Rebellen in den Konflikt erweitert das Schlachtfeld. ... Vom Jemen aus könnte eine weitere strategische Meerenge für die Weltwirtschaft blockiert werden, nämlich die von Bab el-Mandeb vor den Toren des Roten Meeres und des Suezkanals, was Saudi-Arabien zum direkten Eingreifen zwingen würde. ... Was die Fähigkeit der USA und Israels angeht, eine Schlacht zu gewinnen, hat sich nichts verändert, aber jetzt müssen sie ihre Soldaten auf dem Schlachtfeld opfern. ... Wenn die USA bei den in Pakistan beginnenden Verhandlungen keinen Waffenstillstand hinbekommen, stehen wir vor dem potenziellen Beginn eines neuen Weltkrieges.“

Rafael Vilasanjuan
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The Guardian (GB)

Katastrophe mit Ankündigung

Auch The Guardian blickt mit Grauen auf die derzeitigen Entwicklungen:

„Kaum zu fassen, dass nach all dem tödlichen Leid und Elend der Kriege im Irak und in Afghanistan ein US-Präsident erneut ernsthaft erwägt, Bodentruppen in den Nahen Osten zu entsenden. Noch erstaunlicher ist, dass es sich dabei um Trump handelt, einen lautstarken Kritiker kostspieliger Auslandseinsätze. ... Verhandlungen, die von beiden Seiten ohne Vorbedingungen geführt werden, sind der einzig vernünftige Ausweg. Dafür müsste Trump seinen Stolz herunterschlucken und Fehler eingestehen. Doch wie die ganze Welt weiß, ist die Vorstellung, dass der ignoranteste, rücksichtsloseste und narzisstischste aller US-Präsidenten dies tatsächlich tun könnte, unrealistisch. Die zweite Amtszeit Trumps musste zwangsläufig in einer Katastrophe enden. Nun geschieht genau das.“

Simon Tisdall
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Contributors (RO)

Enormes Blockadepotenzial

Der Analyst Radu Carp schreibt bei Contributors:

„Mit dem Eingreifen der Huthi-Miliz und einer möglichen Blockade der Meerenge Bab el-Mandab kann der Iran beweisen, dass er beide Enden des Seewegs der Arabischen Halbinsel bedrohen und damit einen Großteil des Welthandels mit Energieressourcen blockieren kann. Der Iran handelt hier nicht allein, sondern in strikter Abstimmung mit Russland und China. Denn Irans Blockade kommt Russland zugute, das unerwartet hohe Summen aus dem Verkauf von Erdöl erzielt hat. ... Auch China profitiert weiterhin vom iranischen Erdöl und besitzt riesige Reserven, über die die westlichen Staaten derzeit nicht verfügen. Es ist keineswegs zufällig, dass die Revolutionsgarden von den Schiffen, die die Straße von Hormus passieren wollen, eine Gebühr in chinesischen Yuan verlangen.“

Radu Carp
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La Stampa (IT)

Teherans regionales Netzwerk wird aktiv

Das Eingreifen der Huthi-Miliz verändert den Krieg grundlegend, warnt La Stampa:

„Es handelt sich nicht einfach um eine weitere Front. Es ist ein struktureller Wandel: Der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran weitet sich aus und verzweigt sich, er entwickelt sich zu einem System miteinander verbundener Krisen. ... Die Entscheidung der Huthi stellt eine der bedeutendsten Eskalationen seit Kriegsbeginn dar. Nicht nur, weil sie das Operationsgebiet ausweitet, sondern auch, weil sie eine tiefer liegende Dynamik bestätigt: die fortschreitende Aktivierung des regionalen Netzwerks Irans. Nach der Hisbollah und den irakischen Milizen ist nun auch der Jemen vollständig in dessen Einflussbereich eingebunden.“

Alessia Melcangi
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Berlingske (DK)

Wer will schon diesem Mann helfen?

Trump zahlt den Preis dafür, Trump zu sein, titelt Berlingske und erinnert an die Grönland-Krise:

„Die Drohungen des US-Präsidenten gegen ein Nato-Mitglied haben bei den Verbündeten der USA tiefe Spuren hinterlassen. Die USA müssen feststellen, dass Verbündete nicht mehr im gleichen Tempo zur Hilfe eilen wie zuvor. ... Das hat Trump dazu veranlasst, den übrigen Nato-Staaten vorzuwerfen, die USA im Stich zu lassen – doch in Wahrheit hat die zurückhaltende Reaktion mehr mit der Person als mit der Nation zu tun. Es sind nicht die USA, denen es an Unterstützung mangelt. Es ist Trump.“

Birgitte Borup
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