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Freitag, 10. Juli 2026

Merz kündigt überraschend den Kauf von US-Marschflugkörpern des Typs „Tomahawk“ an

 https://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-kauf-tomahawk-marschflugkoerper-merz-trump-li.3513086?

"[...] Der Kauf und die Stationierung der Waffen in Deutschland stellen für die Bundeswehr eine der wichtigsten Weichenstellungen seit der Zeitenwende dar, die Merz’ Vorgänger Olaf Scholz (SPD) 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine verkündet hatte.

Deutschland kann mit der Anschaffung eine massive Sicherheitslücke schließen, die von Experten seit Jahren beklagt wird. So hat Russland nach westlichen Erkenntnissen Raketen, auch mit atomarer Bewaffnung, in der Exklave Kaliningrad stationiert, etwa 500 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt. Mit einer Reichweite von 2550 Kilometern wären Tomahawk-Marschflugkörper geeignet, solche und weiter im russischen Hinterland liegende Ziele zu treffen. Die Tomahawks gelten als so begehrtes wie knappes Gut. Auch aus strategischen Gründen sind die USA mit der Weitergabe bisher äußerst zurückhaltend. [...]

Merz wandte sich insbesondere an „Bürgerinnen und Bürger, die Zweifel haben, ob denn diese Ausgaben für unsere Verteidigung richtig sind oder nicht vielleicht besser dort ausgegeben würden, wo es um Zusammenhalt, soziale Sicherung, soziale Sicherungssysteme geht“. Die steigenden Verteidigungsausgaben bei gleichzeitigen sozialen Kürzungen dürften vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September eine zentrale Rolle spielen. „Das beste soziale Sicherungssystem nützt nichts, wenn wir nicht in Freiheit und in Frieden leben, und deswegen hat für mich und uns in dieser Koalition Priorität, Freiheit und Frieden zu sichern in Europa“, sagte Merz.

In seiner letzten Regierungserklärung vor der Sommerpause warb der Kanzler für die von der Koalition vereinbarten Reformvorhaben in den Bereichen Rente, Steuern und Gesundheit. „Die Mitte liefert, sie arbeitet und sie erfüllt vor allem den Auftrag aus unserem Grundgesetz“, sagte er."

Mittwoch, 30. April 2025

Was bedeuten die Rüstungsrekorde aufgrund des Ukraine- und Gazakrieges für den Klimawandel?

 Gemeinsame weltweite Bemühungen gegen den Klimawandel

„Was wäre, wenn die führenden Politiker weltweit beschließen würden, im Rahmen eines gemeinsamen Plans 20 Jahre lang jedes Jahr fünf Prozent des weltweiten BIP zur Lösung des Klimaproblems zu verwenden? Das würde bedeuten, dass fünf Prozent der arbeitenden Bevölkerung und fünf Prozent des Kapitals für die Herstellung und Erbringung klimafreundlicher Güter und Dienstleistungen arbeiten würden. Dieses große Projekt würde das Klimaproblem lösen. Nach 20 Jahren gemeinsamer und gut geplanter Anstrengungen wäre die Weltwirtschaft emissionsfrei.“ (S. 298)[18]

Fonty: Das wurde 2012 geschrieben. Die gemeinsamen Bemühungen sind weit bescheidener geblieben, statt dessen sind immer wieder Kriege geführt worden und die Investitionen in weltweite Rüstung erreichten immer neue Rekorde.

"Die globalen Finanzmärkte würden die nachhaltige Entwicklung vorantreiben, sobald sie die Überbewertung der fossil-basierten Unternehmen erkannt hätten, meint Nick Robins.[19]

Die Welt muss lernen, mit geringerem Wirtschaftswachstum als heute üblich zu leben. Das gelingt uns nur, wenn wir auch lernen, wie man ohne Wachstum umverteilt. (Jørgen Randers2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre, S. 309)


2016 wies "Ein Prozent ist genug", ein weiterer Bericht des Club of Rome von Jørgen Randers und Graeme Maxton, darauf hin, was eine Umverteilung von Investitionen auf nachhaltiges Wirtschaften bringen würde: 

"In dem Buch geht es nicht nur um eine Begrenzung des Wachstums in den Industrieländern, sondern um eine Abkehr vom derzeitigen marktradikalen Denken insgesamt[2] und um einen radikalen Umbau der Volkswirtschaften.[3] „Das Wirtschaftssystem ist eher der Grund unserer Probleme und nicht ihre Lösung“, so die Autoren.[4] Mit ihren Thesen versprechen sie sich Zustimmung breiter Kreise: „Unsere Vorschläge dürften für die demokratische Mehrheit der Wähler sehr attraktiv sein, denn so gut wie alle Maßnahmen schaffen nicht nur langfristig eine bessere Welt, sondern auch kurzfristig unmittelbare Vorteile für die meisten Menschen“.[2]

Neben dem Wirtschaftssystem geht es den Autoren um die Begrenzung der Weltbevölkerung. Die Verdoppelung der Bevölkerung in den vergangenen 50 Jahren identifizieren sie als die Hauptursache für die fortschreitende Zerstörung unseres Planeten und plädieren dafür, die Wachstumsrate der Bevölkerung weiter zu drosseln bzw. ins Negative zu kehren.[3]" (Wikipedia)

Mittwoch, 2. April 2025

Generationenkonflikt Verweigert euch!

 Generationenkonflikt: Verweigert euch!

Eine Kolumne von Sabine Rennefanz
Die jungen Leute kriegen ein marodes Land übergeben, Billionenschulden vererbt und sollen jetzt auch noch Deutschland im Krieg dienen. Was ist in die Entscheider von heute gefahren?
SPON 27.3.25

Donnerstag, 20. März 2025

euro|topics: Welche Weichen stellen für Europas Verteidigung?

 

Trump verhandelt mit Putin über die Ukraine – und die Nato steckt wegen der aktuellen US-Politik in einer Sinnkrise: Vor diesem Hintergrund kommen die Staats- und Regierungschefs der EU heute in Brüssel zusammen, um über europäische Aufrüstungspläne, gemeinsame Verteidigung und weitere Unterstützung für Kyjiw zu beraten. Europas Medien diskutieren Grundlagen und Probleme eines möglichen neuen Sicherheitsmodells.

Kristeligt Dagblad (DK)

Weiter mit den USA kooperieren

Noch ist Europa nicht stark genug, um ohne die USA auszukommen, meint Kristeligt Dagblad:

„Europa befindet sich noch nicht in einer Situation, in der wir es uns leisten können, die USA abzulehnen. Für einige Zeit werden wir uns auf eine zweigleisige Sicherheitspolitik verlassen müssen. Zum einen müssen wir uns so weit wie möglich selbst bewaffnen, um Europa in die Lage zu versetzen, sich selbst zu verteidigen, und uns so weniger abhängig von den Amerikanern zu machen. Zum anderen müssen wir das amerikanische Engagement in Europa so lange wie möglich aufrechterhalten, denn trotz Trumps offensichtlicher Schwächung der Nato-Kooperation enthält diese immer noch Elemente der Abschreckung.“

Johannes Henriksen
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LRT (LT)

Die ukrainische Armee einbinden

Politologe Alvydas Medalinskas empfiehlt in LRT:

„Da Großbritannien nicht mehr Mitglied der EU ist und die Türkei auf dem Weg dorthin feststeckt, rückt eine neue Option in greifbare Nähe. Auch die Ukraine strebt in die EU – sie verfügt wie die Türkei über eine große und schlagkräftige Armee. Sie ist zudem die einzige Armee Europas mit realer Kampferfahrung gegen Putins Russland – und hochmotiviert. Vor diesem Hintergrund könnte Europa beginnen, ein neues gemeinsames Verteidigungssystem aufzubauen. Eines, das in Partnerschaft mit Washington funktioniert, aber zunehmend eigenständige Verantwortung für Europas Sicherheit übernimmt – unabhängig von der EU-Mitgliedschaft. Das ist eine neue Chance für Europa. ... Zudem ist es auch eine neue Chance für die Ukraine.“

Alvydas Medalinskas
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Libération (FR)

Zugeständnisse der Rüstungsindustrie unvermeidbar

Frankreichs Industrie muss diesmal kooperieren, drängt Libération:

„Es ist schön, gemeinsam ein Flugzeug oder einen Panzer zu entwickeln, doch das erfordert, dass einige Hersteller zugunsten eines europäischen Partners eine hart erkämpfte Kompetenz aufgeben. ... Dies hat zum Scheitern des Projekts eines europäischen Kampfjets geführt, der in den 80er und 90er Jahren anstelle der französischen Rafale und des italienisch-spanisch-britisch-deutschen Eurofighters hätte entwickelt werden sollen – zweier Kampfflugzeuge, die einander seitdem Konkurrenz machen. Es wäre notwendig gewesen, dass sich dafür in Frankreich der Radar-, der Raketen-, der Flugzeug- oder der Triebwerkhersteller zurückziehen, was kompliziert ist, wenn man Marktführer ist. Doch ist das existentiell, wenn es darum geht, als Gemeinschaft stärker zu sein.“

Alexandra Schwartzbrod
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Handelsblatt (DE)

Ein handfester Interessenkonflikt

Das Handelsblatt kritisiert die Zurückhaltung der EU-Staaten im Süden und Westen:

„[J]e weiter weg die russische Grenze, desto geringer die gefühlte Bedrohung. ... Der zweite Faktor ist der Verschuldungsgrad: Die Mittelmeerländer sind ohnehin schon hochverschuldet und wollen ihren Schuldenberg durch teure Waffenkäufe nicht noch vergrößern. Stattdessen streichen sie lieber weiter die Friedensdividende ein. Für die Sicherheit Europas können ja die EU-Partner im Norden und Osten sorgen, scheinen sie zu denken. Dass diese Einstellung bei Litauern und Polen, Dänen und Niederländern Irritationen auslöst, ist nachvollziehbar. ... In der Verteidigungsfrage bahnt sich der nächste große Interessenkonflikt in Europa an.“

Can Merey
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Corriere della Sera (IT)

Starke Militarisierung führt zu Krieg

Über 2500 Wissenschaftler haben einen Appell gegen die Aufrüstung unterzeichnet, den Corriere della Sera veröffentlicht:

„Als Wissenschaftler – von denen viele auch in Disziplinen tätig sind, die mit Militärtechnologie zu tun haben –, als Intellektuelle, als Bürger, die sich der heutigen globalen Risiken bewusst sind, glauben wir, dass es die moralische und staatsbürgerliche Pflicht eines jeden Menschen guten Willens ist, sich gegen den Ruf nach einer weiteren Militarisierung Europas auszusprechen und zu Dialog, Toleranz und Diplomatie aufzurufen. Eine starke Militarisierung verteidigt nicht den Frieden, sondern führt zu Krieg. .... Das Letzte, was wir brauchen, ist, dass der Alte Kontinent von einem Leuchtturm der Stabilität und des Friedens zu einem neuen Kriegsherrn wird.“

Carlo RovelliFlavio Del SantoFrancesca Vidotto
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Sonntag, 16. März 2025

Arbeitet Putin den USA bei ihren Zielen zu?

 Putin erweist sich durch seinen Überfall als Bundesgenosse der USA beim Versuch, die Nato-Partner zu höheren Aufwänden für die Rüstung zu bewegen.

Ist über Jahrzehnte der Betrag von 2% des BIP von fast allen Nato-Partnern nicht erreicht worden, sind jetzt, 3%, 3,5% und bei manchen Autoren sogar 5% im Gespräch.

Die Grünen, die einmal in der Mehrheit pazifistisch waren, feiern es jetzt als einen Triumph, dass für die Erreichung von Klimaneutralität, die für die gesamte Menschheit überlebensnotwendig ist, wenigstens ein Fünftel des Betrags für Rüstung zur Verfügung stehen soll.

Es wird eine gewaltige Anstrengung aller Klimaaktivisten kosten, Europa von dem Kurs Rüstung um jeden Preis wieder zu der von Gorbatschow eröffneten Chance einer Friedensdividende zu führen.

Aber was für viele denkunmöglich erscheint, ist nicht unmöglicher, als die Beendigung der Kalten Krieges, die Auflösung der Sowjetunion und die deutsche Einigung 1988 war.

Es käme nur auf den politischen Willen einer Seite und die Bereitschaft der anderen Seite an, darauf einzugehen. 1985 ff. ging die Initiative vom Osten aus und die US-Präsidenten ergriffen die Möglichkeit. Freilich, das Ende der Geschichte, das manchen vor Augen schwebte, kam nicht. Der Nato-Russland-Rat wurde stiefmütterlich behandelt, und gegenwärtig stehen wir vor einem Scherbenhaufen.

Das Puzzle wieder zusammenzufügen, scheint unmöglich. Aber wir brauchen es, wenn wir Klimaneutralität erreichen wollen.

Samstag, 8. März 2025

euro|topics: Wohin führt die Aufrüstungsinitiative der EU?

Die EU-Mitgliedsstaaten haben bei einem Sondergipfel in Brüssel beschlossen, ihre Ausgaben für Verteidigung deutlich zu erhöhen und massiv aufzurüsten. Dazu sollen die Schuldenregeln bei Rüstungsinvestitionen gelockert und bis zu 150 Milliarden Euro an EU-Krediten zur Verfügung gestellt werden. Eine Erklärung zur weiteren Unterstützung der Ukraine wurde ohne Beteiligung Ungarns verabschiedet. Gemischte Reaktionen in der Presse.

La Libre Belgique (BE)

Europa ist aufgewacht

Die EU zeigt sich den aktuellen Entwicklungen gewachsen, lobt La Libre Belgique:

„Frankreich und Deutschland überwinden einige ihrer Vorbehalte, insbesondere bei der Haushaltspolitik, und schaffen es so, eine Dynamik durchzusetzen, die eine echte Wende darstellt. Zum ersten Mal hört die EU auf, eine durch ihre militärische Ohnmacht gelähmte Wirtschaftsmacht zu sein, und tritt als glaubwürdiger strategischer Akteur auf. Die angekündigten 800 Milliarden Euro sind nicht nur ein Betrag, sie sind eine Botschaft: die eines Europas, das es ablehnt, zum Spielball geopolitischer Winde zu werden, ein Europa, das seine Werte verteidigen und seine Bürger schützen will. ... Die EU ist noch im Stande, zusammenzustehen, wenn das Wesentliche auf dem Spiel steht.“

François Mathieu
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Kleine Zeitung (AT)

Die Weichen stellen andere

Die EU droht sich aufs Abstellgleis zu manövrieren, meint die Kleine Zeitung:

„Jeder Schritt erfordert einen nur mühsam erreichbaren Kompromiss, jeder Vorschlag muss durch die Mühlen der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Jeder Satz wird auf die diplomatische Waagschale gelegt. … Das alles sieht nach Schwäche aus. … Als Fazit bleibt: Das Heft hat nicht die EU in der Hand, es liegt bei der in London beschworenen 'Koalition der Willigen', einer Mischung aus Nato- und EU-Ländern, die im gemeinsamen Anliegen vereint sind. Die EU kann bestenfalls noch die Grundlagen liefern – etwa das Finanzierungspaket für die Aufrüstung bzw. weitere Unterstützung der Ukraine und die Abhaltung von Gipfel wie jenen in Brüssel.“

Andreas Lieb
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Aargauer Zeitung (CH)

Zeit für mehr Ehrlichkeit

Jetzt hat die Heuchelei ein Ende, meint die Aargauer Zeitung:

„Jahrzehntelang haben es sich Europäer in ihren Wohlfühlstaaten gemütlich gemacht. Aus sicherer Distanz schimpften sie auf die Schurken dieser Welt. Auf Forderungen der verbündeten USA, mehr für ihre Sicherheit zu tun, reagierten sie mit Lippenbekenntnissen. Wenn man die stärkste Militärmacht der Welt im Rücken hat, braucht man sich um die eigene Schwäche nicht zu sorgen. … Mit Selbstermächtigung kommt Selbstbestimmung. … Und ob es den USA unter Präsident Donald Trump gefallen wird, wenn ein militärisch erstarktes Europa vermehrt mit eigener Stimme spricht? Natürlich nicht. Aber immerhin gibt es dann auch weniger Not zur Heuchelei.“

Remo Hess
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444 (HU)

Das war vielleicht das letzte Veto

Viktor Orbán wird in Zukunft nicht mehr so leicht blockieren können, prognostiziert 444.hu:

„Da sich in den vergangenen Tagen bereits eine alternative europäische Kooperation herauszubilden begonnen hat, war der jetzige EU-Gipfel wohl die letzte Gelegenheit für Orbán, eine echte Störung zu verursachen. ... In wichtigen Kernfragen, die die Zukunft Europas bestimmen, kann die neue Formation [die Koalition der Willigen] die Initiative vom Europäischen Rat übernehmen, der einen vollständigen Konsens verlangt. Orbáns Veto-Drohungen könnten so ihre Kraft verlieren. Dies war jedoch auf dem jetzigen EU-Gipfel nicht der Fall. Orbán hat mit seinem Veto echten Schaden verursacht.“

Kristóf Molnár
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TVXS (GR)

Langfristig mit Russland kooperieren

Das Webportal TVXS kritisiert die Rüstungsoffensive auf europäischer Ebene:

„Die einzige Lösung, die den Bürgern Europas wirklich nützt, ist zunächst Frieden in der Ukraine und dann die Einbindung Russlands in ein neues System der europäischen kollektiven Sicherheit. Diese Lösung würde die Rüstung reduzieren, anstatt sie zu erhöhen, wie es die EU-Führung plant. Denn dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass eine Erhöhung der Militärausgaben auf drei Prozent des BIP – was sogar weniger ist als die fünf Prozent, die Trump für die Nato-Länder fordert – zu unpopulären Kürzungen und einem noch größeren Aufschwung der extremen Rechten führen wird.“

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Wohin führt die Aufrüstungsinitiative der EU?
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Können französische Atomwaffen ganz Europa schützen?

Präsident Emmanuel Macron will mit den europäischen Partnern darüber beraten, den französischen nuklearen Schutzschirm möglicherweise auf weitere Länder auszuweiten. Seit dem Brexit ist Frankreich die einzige verbleibende Atommacht in der EU. Europas Presse debattiert.

The Conversation (FR)

Glaubwürdige Abschreckung

Nuklearexperte Benoît Grémare erklärt in The Conversation:

„Macron zufolge könnte Frankreich als Reaktion in den osteuropäischen Ländern Atomwaffen stationieren und auf diese Weise die USA ersetzen. Dieser nukleare Schutzschirm Frankreichs würde die strategische Autonomie Europas durch die Stationierung von Kampfjets mit Atomwaffen verwirklichen. Dies wäre ein Zeichen für die politische Solidarität in Europa und würde Moskaus Kalküle erschweren. Die sichtbare Präsenz dieser Flugzeuge in Osteuropa könnte Russland davon abhalten, die dortigen Länder mit konventionellen Mitteln anzugreifen, da ein solcher Angriff eine nukleare Reaktion Frankreichs im Namen Europas auslösen könnte.“

Benoît Grémare
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Süddeutsche Zeitung (DE)

Wichtiges Signal an Moskau und Washington

Die Süddeutsche Zeitung findet die Diskussion richtig und wichtig:

„Klar ist: Einen schnellen und vollwertigen Ersatz für den US-Schirm wird es keinesfalls geben. Zumal das französische Angebot zahllose komplexe technische und politische Fragen aufwirft – und sich nach einer Wahl von Marine Le Pen zur Präsidentin in Luft auflösen würde. In dieser gefährlichen Zeit wäre der schlimmste Eindruck aber der, dass Europa in Schockstarre verfällt. Die gemeinsame Initiative von Merz und Macron ist daher ein notwendiges Signal – übrigens sowohl nach Moskau wie nach Washington.“

Daniel Brössler
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Aftonbladet (SE)

Ein Schritt nach dem anderen

Aftonbladet hält die Überlegungen für verfrüht:

„Die USA haben die Nato nicht verlassen. Aus Europa sind keine US-Truppen abgezogen worden. Ob das passieren wird, wissen wir nicht. ... Unser wichtigstes Kapital wird auch in Zukunft Soft Power sein – schützen wir sie. Sicher: Soft Power hat ihre Grenzen. Deshalb ist die Wiederbewaffnung, die derzeit auf unserem Kontinent stattfindet, ganz entscheidend. Solange die USA Mitglied der Nato und bereit sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen, sollte es sich bei der Wiederbewaffnung um konventionelle Streitkräfte handeln. Sollten die USA die Nato verlassen oder in Bezug auf Artikel 5 wankelmütig werden, verändert sich die Lage. Aber so weit sind wir – noch – nicht.“

Anders Lindberg
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