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Dienstag, 1. Dezember 2020

euro|topics: Corona-Krise: Gesundheit oder Wirtschaft?

Immer wieder stellt die Pandemie die Politik vor schwierige Entscheidungen: Wie viel Einschränkung ist zumutbar, ohne dass die Wirtschaft zusammenbricht? Und wie viel Lockerung, ohne zu viele Leben zu gefährden? Mit der Aussicht auf wirksame Impfstoffe stellen sich diese Fragen noch einmal neu. Kommentatoren sehen Wirtschaft und Gesundheit nicht als Gegensätze.

JORNAL ECONÓMICO (PT)

Zwei Seiten einer Medaille

Wirtschaft und Gesundheit können nur gemeinsam gedacht werden, schreibt Jornal Económico:

„Es ist nicht möglich, das Gesundheitsproblem ohne die Wirtschaft zu lösen, so wie eine gesunde Wirtschaft eine gesunde Bevölkerung erfordert. Die Wirtschaft wird heute auch immer noch von Gesundheitsausgaben angetrieben, ein Trend, der mit zunehmendem Alter der Bevölkerung tendenziell zunehmen wird. Es ist wichtig, das nationale Gesundheitssystem zu stärken, denn es ist die Hauptstütze der Reaktion auf die Pandemie in einer Volkswirtschaft mit einer der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Diese Aufgabe wird jedoch umso schwieriger, je ausgeprägter der Zusammenbruch der Wirtschaftstätigkeit ist.“

Sofia Vale
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JURNALUL NATIONAL (RO)

Wir schlittern ins zweite Seuchenjahr

Selbst wenn es gesundheitlich nach oben gehen sollte, wird die Pandemie auch 2021 prägen, ist sich der Journalist Daniel Apostol in Jurnalul National sicher:

„Es ist schon jetzt klar, dass die Schwere und Dauer der Wirtschaftskrise vor allem vom Erfolg des Gesundheitsplans abhängt, und weniger von der Bereitschaft der Staaten, Geld in die Realwirtschaft zu pumpen. Dennoch bleibt die zweite und die dritte Pandemiewelle - und wer weiß, wie viele Wellen noch kommen werden - eine extreme Bedrohung für die bereits fragilen Ökonomien, selbst wenn ein flächendeckend verfügbarer Impfstoff sich als wirksam erweisen könnte. ... So bald werden wir das tiefste Tal der Weltwirtschaft der vergangenen 100 Jahre nicht verlassen. 2020 endet in wenigen Wochen, doch wissen wir nicht sicher, ob dann auch der Ausdruck 'Virusjahr' ausgedient hat.“

Daniel Apostol
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DELO (SI)

Impfen rettet auch Arbeitsplätze

Delo ist optimistisch, was Sloweniens Wirtschaft betrifft:

„Von Anfang Juli bis Ende September reagierte die slowenische Wirtschaft überdurchschnittlich gut auf die Lockerung der Covid-Maßnahmen und hob sich nach Angaben des Statistischen Amtes deutlich vom Talboden des zweiten Quartals ab. ... Neben der Erholung der Industrie, die vergleichsweise noch gut in Form ist, war die Lockerung bei den Dienstleistungen im Sommer insbesondere für Tourismus, Gastronomie und Handel eindeutig sehr vorteilhaft. ... Ein Impfstoff hätte mit geeigneten Pandemiebekämpfungsmaßnahmen nicht nur unschätzbare gesundheitliche Folgen, sondern auch positive Auswirkungen auf Wirtschaft, Soziales und öffentliche Finanzen. Ein Grund mehr, dass sich die Regierung schnellstmöglich mit einer funktionierenden, wirkungsvollen Impfstrategie für Bürger befasst, die neben Leben auch Arbeitsplätze schützen würde.“

Miha Jenko
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24 CHASA (BG)

Kapitalismus schützt vor Bankrott

Nicht Regierungsmaßnahmen, sondern die Mechanismen der freien Marktwirtschaft bewahren Bulgariens Wirtschaft vor dem Kollaps in der Corona-Krise, schreibt 24 Chasa:

„Dank der Flexibilität der Banken, die günstige Immobilienkredite anbieten, ist der Wohnungsmarkt im Jahr 2020 konstant geblieben und sogar etwas angestiegen. Das wiederum nährt die Baubranche und alle, die direkt oder indirekt darin beschäftigt sind. Die Menschen sehen ein, dass es besser ist, in Immobilien zu investieren, als das Geld unter der Matratze oder auf der Bank zu horten - nicht für irgendwelche spekulativen Geschäfte, sondern einfach, um sich eine Eigentumswohnung zu kaufen, jetzt, wo die Kredite günstig sind. Der smarte Kapitalismus funktioniert. Das sollten sich alle merken, die nicht daran glauben.“

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Samstag, 21. Juli 2012

Unsichere Arbeitsverhältnisse machen krank

und kosten oft Lebensjahre, schreiben Forscher des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin laut ZEIT-online.

"Eigentlich versorgt Trabert seit 1997 ehrenamtlich nur die Obdachlosen in Mainz und Bingen, neben seiner Professur für Sozialmedizin an der Hochschule Wiesbaden. Kostenlos behandelt er sie in Wohnheimen und fährt mit einem zur Praxis umgebauten Wohnmobil zu Plätzen, an denen sie trinken und betteln. Immer häufiger aber geraten Patienten in seine Sprechstunde, für die sie nicht gedacht war: [..] Erst neulich kam ein alleinerziehender Vater, ganz verzweifelt. Er brauchte Salbe für seine kleine Tochter, um ihre juckende Neurodermitis zu lindern. Der Kinderarzt hatte nur ein Privatrezept ausgestellt, die 30 Euro bezahlen konnte der Vater nicht. Natürlich half Trabert. Für ihn machen solche Vorfälle offensichtlich, dass Gesundheit in Deutschland eine Frage des Geldes wird. Ob Brillen, Zahnersatz, Batterien für Hörgeräte, Physiotherapien oder Verhütungsmittel für über 20-Jährige – nichts davon werde vom Regelsatz im Arbeitslosengeld II berücksichtigt, sagt er. [...] Thomas Lampert vom Koch-Institut glaubt nicht, dass mehr soziale Fürsorge oder ein Ausbau des Gesundheitswesens durch den Staat die Leben der Armen verlängern würden. »Die Lösungen liegen auf dem Arbeitsmarkt und damit in der Gesellschaft.« Sichere Beschäftigungsverhältnisse, faire Löhne, alters- und familiengerechte Arbeitszeitmodelle und eine größere Durchlässigkeit zwischen den Schichten seien Schlüssel für gesündere und damit längere Lebensläufe." (ZEIT-online)

Deutschland ist dank der Agenda 2010 wieder Exportweltmeister geworden. Die Leistungsbilanz ist wieder so unausgeglichen geworden, dass sie mit zum Zahlungsbilanzdefizit der südlichen Euro-Länder beigetragen hat. (Nach dem Stabilitätsgesetz soll das eigentlich vermieden werden, denn ein Exportüberschuss bringt Gefahren mit sich.) Doch dieser Exportüberschuss ermöglicht es uns auch, die südlichen Euro-Länder nach der Pfeife der deutschen Banken tanzen zu lassen.
Sollen wir darauf verzichten, nur weil deutsche Arbeitnehmer davon krank werden?
Ist das wirklich schon Grund genug?

Donnerstag, 31. März 2011

Republikaner zerstören Stück für Stück Obamas Finanzreform

Spiegel online weiß zu berichten:
In geschlossener Front stemmen sie sich der Reform rückwirkend entgegen: Republikaner, wankelmütige Demokraten, die Finanzbranche, Industrie- und Handelskammern.
Wenn man sich ansieht, was die bisherige Bilanz Obamas seit dem Wahlsieg der Republikaner ist: Fortführung von Guantanamo und der Militärgerichtsbarkeit für die dortigen Gefangenen, ein neuer Krieg, eine große Ausweitung des Baus von Atomkraftwerken in Aussicht und jetzt noch die Zerstückelung seiner Finanzreform, dann braucht man zwar nicht an Obamas gutem Willen zu zweifeln, wohl aber muss man daran zweifeln, dass seine Reformen auch nach der nächsten Wahl einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der Clinton-Ära bedeuten. Freilich mit Ausnahme der Gesundheitsreform, an der Hillary und Bill damals gescheitert sind.

Montag, 21. März 2011

Nicht Gesundheitsgefährdendes nicht verkaufen! (Forderung in Japan)

"Die Landwirte sollen freiwillig darauf verzichten, verstrahlte Lebensmittel in den Handel zu bringen. Der Gouverneur der Präfektur Ibaraki, Masaru Hashimoto, sagte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo, es bestehe zwar kein Gesundheitsrisiko. Er werde aber jede Kommune bitten, keinen Spinat auf die Märkte zu bringen."
Das versteht der Gouverneur unter Freiheit. Jeder soll Verstrahltes verkaufen dürfen. Niemand soll informiert werden, was verstrahlt ist. Tut euch keinen Zwang an!

Andere Personen ziehen andere Folgerungen: Historischen Irrtum beenden!