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Samstag, 19. November 2022

Bericht von der 27. Weltklimakonferenz in Ägypten

"Einigung bei »Loss and Damage« 

Beim umstrittenen Thema der Klima-Entschädigungen stimmte die EU überraschend der Hauptforderung der Entwicklungsländer zu. Dadurch kam bald eine Einigung zustande. [...]"

 Live-Blog von Spektrum, 19.11.22


Überblick in der Wikipedia (wird laufend aktualisiert)

Zitate zur Kritik an der Konferenz:

"Schon vor der Konferenz äußerte die Aktivistin und Autorin Naomi Klein Kritik an der Abhaltung der Konferenz in einem Polizeistaat, in dem 1.000 Demonstranten ermordet wurden, Menschen gefoltert würden und es 60.000 politische Gefangene gibt.[20]  [...]

Kritik gab es auch daran, dass ausgerechnet der US-amerikanische Konzern Coca-Cola als Hauptsponsor der Konferenz auftrat. Der Konzern sei als einer der größten Plastikproduzenten der Welt der "weltgrößte Umweltverschmutzer".[22] Umweltschutzorganisationen kritisierten, dass sehr viele Lobbyisten für fossile Energieträger an der Konferenz teilnähmen. Insgesamt seien über 630 Lobbyisten für KohleErdöl und Erdgas bei der Klimakonferenz akkreditiert, womit u. a. mehr Lobbyisten für fossile Energien als Vertreter der zehn am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder zusammen vor Ort seien.[23] [...]

Auch die schwedische Klimaaktivistin und Gründerin von Fridays for Future Greta Thunberg kündigte an, sie werde nicht an der COP27 teilnehmen. Als Grund nannte sie unter anderem die Verhaftung von Aktivisten in Ägypten. Außerdem seien diese Konferenzen lediglich eine Gelegenheit für Führungskräfte, Aufmerksamkeit durch Greenwashing zu erlangen, kritisierte Thunberg.[25] Die Schweizer Klimawissenschaftlerin Sonia Seneviratne – welche an mehreren Berichten des Weltklimarates mitgewirkt hat – wird ebenfalls nicht vor Ort sein. Sie fordert z. B. eine Staaten-Allianz der Willigen, welche wirklich ernsthaften Klimaschutz betreiben wollen.[26][...]"

Montag, 8. November 2021

euro|topics: Cop26: Der Countdown läuft

 


In Glasgow hat die zweite Woche des Klimagipfels begonnen: die Zeit, in der die Absichtserklärungen der Politprominenz konkret ausgestaltet werden müssen, damit sie Wirkung entfalten können. Am Samstag hatten noch rund Hunderttausend Menschen demonstriert, die von den Ergebnissen frustriert sind. Auch die Kommentatoren nennen viele Gründe, warum eine Einigung scheitern könnte.

DIENA (LV)

Geopolitik steht im Wege

Laut Diena kann eine Einigung auf gemeinsame Standards und Maßnahmen gar nicht entstehen:

„Die Länder, nach deren Prinzipien der Kampf gegen die Klimaveränderungen abläuft, können auf bedeutende ökonomische Vorteile und geopolitische Führerschaft hoffen. Deswegen ist es nicht realistisch, dass alle ihre Ressourcen bündeln und einen gemeinsamen Plan entwickeln. Dies erkennt man auch daran, dass die chinesischen und russischen Staatschefs nicht am G20-Gipfel in Italien teilgenommen haben, der sich auch mit Klimafragen beschäftigte. ... In gewisser Weise wiederholt sich die Situation mit den Covid-19-Impfstoffen, als geopolitische Kämpfe zur Priorität wurden, anstatt eines Zusammenschlusses. Doch der Klimawandel ebenso wie die Pandemie warten nicht, bis die Großmächte ihre Beziehungen geklärt haben.“

Andis Sedlenieks
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PRAVDA (SK)

Wie die Lobby Klimaschutz verhindert

Als größtes Hindernis sieht Pravda, dass Energiekonzerne Misstrauen gegenüber der Wissenschaft gesät haben:

„Sie haben erfolgreich das Vorgehen der Tabakindustrie nachgeahmt. Die ersten Studien britischer Ärzte über den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs wurden an der Wende der 1940er und 1950er Jahre veröffentlicht. Die Tabaklobby reagierte sehr schnell: Sie stellte die Forschung infrage, forderte mehr Beweise, finanzierte eigene Forschungen, auch in ganz anderen Bereichen, um die Aufmerksamkeit vom Eigentlichen abzulenken. Eines der internen Dokumente der Tabakindustrie aus dem Jahr 1969 fasste die Taktik mit den Worten zusammen: Unser Ziel ist es, Zweifel zu säen.“

Radovan Geist
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DIE PRESSE (AT)

Wer verschmutzt, muss zahlen

So lange die Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, ist echter Wandel unmöglich, stellt Die Presse klar:

„Bei der Behebung der Umweltschäden wird häufig die Gemeinschaft aller in die Pflicht gerufen. Ökonomen bezeichnen dies als Sozialisierung der Folgekosten. … Während sich die Verursacher zurücklehnen, wird auf Konferenzen um zusätzliche Milliarden gejammert, damit die Misere bewältigt werden kann. Dieser Zugang ist falsch. Es geht nicht um ein Bitten und Betteln ..., damit wir danach weitermachen wie bisher, nur vielleicht nicht mehr ganz so arg. Wir müssen die Spielregeln ändern. Und die erste und wichtigste Regel heißt: Kostenwahrheit! Die besteht nur, wenn der Verursacher für die Folgen seiner Technologie geradestehen muss - ob das e

Dienstag, 2. November 2021

euro|topics: Klimakrise: Kann Cop26 das Ruder noch herumreißen?


Am Sonntag hat in Glasgow die 26. Weltklimakonferenz begonnen. Die Erwartungen sind ebenso groß wie die Skepsis: Die Gefahr, die von der Klimakrise ausgeht, wird inzwischen von den meisten Staatschefs anerkannt. Dennoch planen die Regierungen der Welt laut eines neuen Uno-Berichts bis 2030 doppelt so viel Öl, Gas und Kohle zu fördern, wie es das Pariser Abkommen zulässt.

EXPRESSO (PT)

Wir alle tragen Verantwortung

Expresso veröffentlicht zum Auftakt einen Appell von UN-Generalsekretär António Guterres:

„Alle Länder müssen begreifen, dass das alte Entwicklungsmodell, das auf Kohlendioxid basiert, ein Todesurteil für die Wirtschaft und für unseren Planeten ist. Wir müssen entkarbonisieren – in allen Sektoren, in allen Ländern. Wir müssen die Subventionen fossiler Brennstoffe in die erneuerbaren Energien umleiten und nicht die Menschen, sondern die Verschmutzung steuerlich belasten. Wir müssen einen Preis für Kohlendioxid festlegen und diese Einnahmen in widerstandsfähige Infrastrukturen und Arbeitsplätze stecken. Und wir müssen den Kohleabbau beenden. ... Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Regierungen voran gehen. Aber wir alle tragen Verantwortung, unsere gemeinsame Zukunft zu schützen.“

António Guterres
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LE HUFFPOST (FR)

Ein verlogenes Pokerspiel

Das übliche gegenseitige Belauern und Spekulieren ist maximal schädlich, meint Le HuffPost:

„Jedes Land wird versuchen, ein bisschen etwas zu geben und gleichzeitig seine Trümpfe zu behalten: Ein großer Kohleproduzent (wie China) wird nicht vorschlagen, seine Kohleförderung zu reduzieren, um seinen Arbeitsmarkt nicht zu untergraben. Am Verhandlungstisch versucht also jeder, sich selbst zu schützen, während er beobachtet, welche Karten seine Nachbarn spielen. Erst dann entscheidet er, ob er ihnen folgt oder nicht. Das Ergebnis sind Versprechungen und vor allem Taten, die angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, viel zu zaghaft sind.“

Matthieu Balu
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PRAVDA (SK)

Ohne politischen Willen kippt das Klima

Sorgenvoll sieht auch Pravda nach Glasgow:

„Vor zwei Jahren noch schickten Politiker, Konzerne und die Öffentlichkeit ein wütendes schwedisches Mädchen 'zurück in die Schule' und forderten sie auf, die Bedrohung durch die globale Erwärmung Experten zu überlassen. Heute sind sie bestenfalls still, schlimmstenfalls roden sie weiter den Amazonas-Regenwald. In Glasgow wird nun von einer 'existenziellen Bedrohung' die Rede sein. Aber der politische Wille der größten industriellen Verschmutzer, die Bedrohung abzuwenden, ist nicht zu erwarten. Wir müssen uns die Worte, die unter anderen der amtierende Papst an die Konferenz gerichtet hat, zu Herzen nehmen und radikale Veränderungen vornehmen.“

Silvia Ruppeldtová
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DE MORGEN (BE)

Wir brauchen Optimismus

Wir brauchen Klima-Optimismus, fordert De Morgen:

„Regierungen müssen Politik machen, um die schönen Pläne [der EU] zu verwirklichen. Die Angst vor dem Widerstand der Bürger ist groß. In jedem Land und jeder Provinz steht eine populistische Formation bereit, um die Ernte des Widerstandes einzufahren. Die heutige Energiekrise und die daraus resultierende steigende Preisinflation sind ein wichtiger Test. Wenn es Regierungen nun nicht überzeugend gelingt, ihre Bürger vor den größten finanziellen und wirtschaftlichen Risiken einer Energiewende zu schützen, dann wird das Vertrauen, dass das in der Zukunft gelingen wird, schmelzen - gemeinsam mit dem Eis der Pole.“

Bart Eeckhout
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THE IRISH TIMES (IE)

Nicht immer von letzter Chance sprechen

Auch späte oder kleine Schritte zur Begrenzung des Klimawandels sind besser als gar keine, betont The Irish Times:

„Wenn wir es so darstellen, dass Cop26 die letzte beste Chance für Veränderungen sei, riskieren wir, die Konferenz zum Scheitern zu bringen, bevor sie überhaupt begonnen hat. Vielmehr sollten wir sie als neueste Etappe auf dem Weg zu einer saubereren, nachhaltigeren Welt sehen. Wenn wir Cop26 als unsere letzte Chance betrachten, missverstehen wir die grundsätzliche Herausforderung durch den Klimawandel. Es gibt nie eine letzte Chance, eine Klippe oder einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Jeder Bruchteil eines Grades der Erwärmung ist wichtig. Jede ausgestoßene Tonne Treibhausgas ist wichtig. Jeder Schritt, den wir gehen – oder nicht –, ist wichtig.“

Diarmuid Torney
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