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Donnerstag, 1. Februar 2018

Wandel der Zeiten

"Ich wollte auch gar nicht verbergen, dass ich mich Hitchcocks Annäherungen entziehen musste. [...] Dafür musste ich einen hohen Preis zahlen. Nachdem ich mich immer wieder gegen Hitchcock gewehrt hatte, drehten wir die Szene, in der ich von den Vögeln angegriffen werde – über fünf Tage hinweg. Eigentlich sollten mechanische Vögel verwendet werden, aber dann entschloss sich Hitchcock, mit echten Tieren zu arbeiten. Am Ende der Szene liege ich auf dem Boden vor der Tür, und die Vögel attackieren mich. Sie waren mit Kunststofffäden an mir festgebunden und reagierten panisch. Ein Vogel hackte wild auf mein Gesicht ein und verletzte mich. Er verfehlte nur knapp mein Auge. Im fertigen Film hat die Szene eine große Wucht. Aber ich spürte genau, dass es hier nicht nur um Kunst ging, sondern um Hitchcocks Rache. Er wollte mich bestrafen, terrorisieren und nahm dafür auch meine Verletzung in Kauf. [...] Und in den Sechzigern [1960ff] gab es noch gar nicht das Konzept, die Idee der sexuellen Belästigung. Zumindest nicht im Filmgeschäft." (Tippi Hedren, Hauptdarstellerin von "Die Vögel": "Er wollte mich bestrafen" - Hervorhebung von Fonty)

Auch heute noch gilt "Macht macht sexy". Und wo das nicht ausreicht, wird mit Nötigung oder Gewalt nachgeholfen. 
Es ist hohe Zeit, dass da bei den Tätern ein Unrechtsbewusstsein entsteht und dass die Opfer rechtzeitig solidarische Unterstützung erfahren. 
Dafür ist auch manche überzogene Kritik eine unvermeidbare Begleiterscheinung. Das ist vergleichbar mit der 1968er-Bewegung. Deswegen braucht freilich niemand alle überzogene Kritik gut zu heißen. Heute nicht und im Rückblick schon gar nicht. 

Arbeitsblatt der Zeit für den Oberstufenunterricht zur #MeToo-Debatte mit didaktischer Erörterung, Texten und Aufgabenstellungen sowie weiterführenden Links

ZEIT ONLINE: Thema Sexismus

Donnerstag, 9. November 2017

Weshalb Alltagssexismus etwas anderes ist als sexuelle Belästigung, aber doch etwas damit zu tun hat

Darüber schreibt Zoe Beck:
"Mir scheint, es gibt da ein Missverständnis. Sexismus ist nicht dasselbe wie sexuelle Belästigung oder sexualisierte Gewalt. Diese Dinge sind Teil des Sexismusproblems, aber noch längst nicht alles. Sexismus ist eine auf das biologische Geschlecht (lat. sexus) einer Person abzielende Form der Diskriminierung, kurz zusammengefasst. Diese Diskriminierung äußert sich auch, aber nicht nur, durch sexuelle oder sexualisierte Handlungen oder Aussagen. [...]"

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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Verfahren wegen sexueller Belästigung an amerikanischen Hochschulen

"[...] Dass viele Feministinnen und Linke die Veränderung im öffentlichen Bild der Studentin von der akademischen Mitgiftjägerin zum wehrlosen Opfer als gesellschaftlichen Fortschritt zu sehen scheinen, kritisiert Kipnis scharf. Der dominante Opferdiskurs verhindere, dass Maßnahmen diskutiert würden, welche die Handlungsräume junger Frauen auf dem Campus effektiver sichern könnten: von besserer sexueller Aufklärung über Selbstbehauptungskurse bis hin zur längst fälligen Diskussion über die Rolle, die Alkohol und Drogen als soziales Schmiermittel auf dem Campus spielen. [...]"  (Eine Welle des Verfolgungswahns von CHRISTINA DONGOWSKI, faz.net 25.10.17)