Donnerstag, 19. April 2018

Was man über Amazon und Jeff Bezos wissen sollte

"[...] Im Juli 2017 schätzte das Forbes-Magazin sein Vermögen auf 90,6 Mrd. US-Dollar und erklärte ihn zum neuen reichsten Menschen der Welt. Im November 2017 stieg das Vermögen von Jeff Bezos aufgrund eines weiter steigenden Amazon-Aktienkurses laut Medienberichten auf 100 Milliarden US-Dollar.[11][12] Anfang März 2018 hat er laut Forbes ein Vermögen von rund 130 Milliarden Dollar.[13] [...]"
(Wikipedia, deutsche Version)

"[...] Bezos used what he called a "regret-minimization framework" while he worked at D. E. Shaw and again during the early years of Amazon.[108] He described this life philosophy by stating: "When I'm 80, am I going to regret leaving Wall Street? No. Will I regret missing the beginning of the Internet? Yes."[108] During the 1990s and early 2000s at Amazon, he was characterized as trying to quantify all aspects of running the company, often listing employees on spreadsheets and basing executive decisions on data.[109] To push Amazon forward, Bezos developed the mantra "Get Big Fast", which spoke to the company's need to scale its operations and establish market dominance.[34] [...]"
(Wikipedia, englische Version)
"[...] Die meisten Beschäftigten des heutigen Weltkonzerns können sich mit Teilzeit-, Saison- und Leiharbeit nur prekär über Wasser halten. Trotzdem sind sie für den Libertär-Ideologen ein störender Kostenfaktor. Selbst wenn sie, bescheiden wie sie im US-geführten Kapitalismus geworden sind, auch in Deutschland nur „living wage“ verlangen (Lohn, der zum Überleben gerade reicht; in Deutschland der Tarifvertrag des Einzelhandels), sind sie ihm ein Greuel.
Deshalb fördert er durch start ups die weitere Automatisierung und Roboterisierung der Produktion und des Handels. Riesige fensterlose Fabrikhallen, betrieben von Robotern, sind Bezos‘ Vision. Um das Ziel zu erreichen und die digital sekundengenau kontrollierten Dienstboten-Heere zur 120-prozentigen Leistung zu disziplinieren, heuert Amazon die besten Absolventen der berühmtesten Business Schools aus Harvard, London, Barcelona und Paris an: Anfangsgehalt 171.000 Dollar. [...]"
Nachdenkseiten

Sicher wäre es nicht schlecht, noch mehr zu wissen. Aber auch diese Hinweise helfen vielleicht schon, so lange man noch die Wahl zwischen mehreren Einkaufsmöglichkeiten hat. 

Mittwoch, 18. April 2018

Kann Macron Europa zu Reformen treiben? (euro|topics)

Frankreichs Präsident Macron hat im EU-Parlament vor einem weiteren Aufschwung des Autoritarismus gewarnt und schnelle Reformen der EU angemahnt. Paris übernimmt damit von Berlin die Führungsrolle in Europa, beobachten Kommentatoren. Doch nicht alle sind überzeugt, dass die anderen EU-Staaten mitziehen werden.
LE MONDE (FR)

Ein proeuropäischer Ruck

Für seinen Kurs erhält Macron Unterstützung von EU-Parlamentariern aus verschiedenen Parteien und Ländern, die einen Gastbeitrag für Le Monde verfasst haben:
„Die proeuropäischen Parteien haben es nicht geschafft, Antworten auf die Fragen unserer Mitbürger zum Nutzen der europäischen Institutionen zu liefern. Da sie unfähig sind, Europa eine Vision, ein menschliches Antlitz zu verleihen, haben sie das Thema Europa denjenigen überlassen, die für dessen Zerstörung eintreten. Frankreich hat das Glück, einen Präsidenten zu haben, der Europa in den Mittelpunkt seines politischen Handelns gestellt hat. … Zweifellos hat es einen proeuropäischen Ruck gegeben. ... Diese Dynamik muss sich nun durch Europa verbreiten, um den unerbittlichen Aufstieg der EU-Gegner zu stoppen.“
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EL PERIÓDICO DE CATALUNYA (ES)

Paris und Berlin tauschen die Rollen

Für Berlin haben die EU-Reformen keine Priorität mehr, bedauert El Periódico de Catalunya:
„Man könnte sagen, dass der Impuls für Reformen die Seiten gewechselt hat. Traf Deutschland bis vor Kurzem noch auf den Widerstand aus Paris, vor allem wenn es darum ging, Souveränität an Europa abzugeben, ist es nun Frankreich, das bereit ist, die europäische Souveränität zu erweitern, vor allem um egoistischen Nationalismus und Populismus zu bekämpfen. Macron und Merkel treffen sich morgen in Berlin, um eine gemeinsame Position zu verhandeln, aber die Chancen stehen schlecht. Für Deutschland, das monatelang ohne Regierung dastand, scheint Europa derzeit keine Priorität zu haben.“
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DELO (SI)

Wackelige Bündnispartner

Dass der französische Präsident seine Pläne umsetzen kann, bezweifelt Delo:
„Im Europaparlament hat Macron viel Lob gehört, doch zur Verwirklichung seiner Pläne wird er starke Verbündete in Berlin und anderswo brauchen. Bisher hat er noch niemanden, der ihm folgt. Im Gegenteil, die Zweifel gegenüber seinen Plänen werden im nördlichen Lager immer stärker. Es scheint, als ob Macrons wichtigste Front - trotz großer Worte über die EU - in Frankreich verläuft. Wenn ihm seine Reformen zu Hause gelingen, wird er auf der europäischen Bühne glaubwürdiger und effektiver Bündnisse für eine Reform schließen. Ein zu langes Warten auf mehr guten Willen der europäischen Partner könnte bei Macron zu Frustration führen.“
Peter Žerjavič
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NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (CH)

Euphorisch, aber einsam

Solange Macron eine ganze Reihe von Mitgliedsstaaten ignoriert, wird er die EU-Reform kaum voranbringen, erklärt die Neue Zürcher Zeitung:
„Wenn Macron für die europäische Souveränität kämpfen will, dann wird dies von vielen Bürgern in Polen, Ungarn, Italien und anderen Ländern nicht als Kampf für sie, sondern als Kampf gegen sie wahrgenommen. Doch das scheint der französische Präsident gar nicht wahrzunehmen. ... [I]n vielen Ländern Europas wird Macrons EU-Integrations-Euphorie nicht geteilt. Die Sorge um die nationale Souveränität und Identität hat vielerorts an Bedeutung gewonnen. Demokratie wird nicht nur in Paris, Berlin und Brüssel, sondern auch in Warschau, Budapest und Rom definiert. Will sich die EU weiterentwickeln, muss sie diese Vielfalt respektieren.“
Peter Rasonyi
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70 Jahre Israel

Wie Herr Ruppin ein Land erbaute, von Bastian Berbner ZEIT 12.4.2018 Nr. 16/2018, S.15-17
"Warum kommt Israel bis heute nicht zur Ruhe? Das hat viel mit einem deutschen Juden aus Magdeburg zu tun, der Dattelpalmen und ostfriesische Milchkühe nach Palästina brachte.[...]"
Berbner erläutert Ruppins Strategie: Privat Land aufkaufen, etwas aufbauen und dann warten. Ruppin wartete angesichts der Behinderungen durch den osmanischen Sultan auf eine günstigere politische Konstellation. Die kam mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches 1918 und dem Beginn des britischen Mandats. Jetzt konnte er Siedler zu Hunderttausenden einschleusen. Als die Briten feststellten, dass die Zahl der Juden den Widerstand der Araber wachrief und deshalb die Einwanderung bremsten, kam durch Hitlers Strategie der Judenvernichtung die moralische Rechtfertigung  für weitere Einwanderung. Als die Terrorattentate der Palästinenser und Juden zunahmen und sich zunehmend auch gegen die Briten richteten, beendeten diese am 14.5.1948 ihre Mandatsherrschaft und die Juden konnten den Staat Israel ausrufen und mit internationaler Anerkennung rechnen. 
1973 nach dem Jom-Kippur-Krieg kam die Besetzung des Westjordanlands und die Chance für orthodoxe Juden, direkt auf dem Gebiet des historischen Judäa zu siedeln. Da wendete Pinchas Wallerstein für das Westjordanland die gleiche Strategie an, wie Ruppin sie in der Provinz Palästina des osmanischen Reiches eingesetzt hatte: Nach und nach kleine Siedlungen gründen und auf eine Gelegenheit warten, wann es in größerem Umfang möglich wird. In der Tat: "Bei den Wahlen 1977 kommt die rechte Partei Likud an die Macht und erkennt die Siedlung Ofra an." (S.17) Wallerstein kann etwas offener vorgehen, wird aber weiterhin von der israelischen Regierung in der Siedlungspolitik gebremst. Doch dann "wechselt die israelische Regierung spätestens unter Benjamin Netanjahu, der 1996 zum ersten Mal Ministerpräsident wird, die Seiten." (S.17) Sie unterstützt die Siedler. Dennoch "schaffen es die amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama, alle drei Gegner der israelischen Siedlungspolitik, dass Israel während ihrer Amtszeiten keine neue Siedlung baut, seit 1992." (S.17)
Doch seit Donald Trump US-Präsident ist, genehmigt die israelische Regierung den Bau neuer Siedlungen und Trump erkennt sogar Jerusalem als israelische Hauptstadt an. "Eine Zweistaatenlösung [...] ist damit noch viel unwahrscheinlicher geworden. [...] Im Moment sieht es eher so aus, als könnte Wallersteins Plan aufgehen [...] Ein großes Ereignis, vielleicht wieder ein Krieg. Einer, der die Palästinenser aus dem Westjordanland vertreibt, wie der Unabhängigkeitskrieg sie aus großen Teilen Israels vertrieben hat. "(S.17)


Arthur Ruppin : "30 Jahre Aufbau in Palästina
Ruppins Referat auf dem Zionistenkongress 1935: "Ausblick in die ZukunftS.351

Interview mit Pinchas Wallerstein (19.9.2010) mit Links zu  Amana Settlement Movement (Ivrit) und Yesha Council (Englisch)

Montag, 16. April 2018

Nichts dazu gelernt?










Man sollte meinen, Özdemir wäre sich zu schade, zu Argumentationsweisen aus der Zeit des Kalten Krieges zurückzukehren, da sie schon oft genug gegen die Grünen eingesetzt wurden. 












Aber es geht nicht um die Sinnfälligkeit des Arguments. Er erhielt für sein Argument binnen kurzem über 800 Likes und Hunderte von Retweets.

Will er zum Kalten Krieg zurück? Geht es ihm um möglichst perfekte Anpassung an Trumps Kapriolen? - Mir scheint fast, dass er noch nicht begriffen hat, was in Syrien geschehen ist und wie die internationale Lage aussieht.
Aber vielleicht geht es ihm auch sinnfrei um Likes und Retweets, weil er für Außenpolitik kompetent erscheinen will, was am leichtesten möglich ist, solange man nicht verantwortlich zu handeln hat.

Lawrow: „Wir verlieren die letzten Überbleibsel an Vertrauen“

"Im Konflikt mit dem Westen sieht der russische Außenminister Sergej Lawrow den Rest an Vertrauen durch die Militärschläge auf Syrien schwinden. „Wir verlieren die letzten Überbleibsel an Vertrauen“, sagte Lawrow dem britischen Sender BBC am Montag in einem Interview. Der Westen handele nach einer „sehr merkwürdigen Logik“. Sowohl im Fall des vergifteten ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal als auch hinsichtlich des mutmaßlichen Giftgasangriffs in der syrischen Stadt Douma seien zuerst Strafmaßnahmen eingeleitet worden, dann erst habe man nach Beweisen gesucht. Russland bezeichnet die angedrohten neuen amerikanischen Sanktionen als Maßnahmen eines unfairen Wettbewerbs. Sie würden mittlerweile zu einer „fixen Idee“ und zielten darauf ab, russische Konkurrenten auszuschalten, erklärt das Präsidialamt. 
Es gebe aber weiterhin funktionierende Kanäle zur Konfliktlösung zwischen dem russischen und dem amerikanischen Militär in Syrien, sagte Lawrow. Eine direkte Konfrontation sei nicht in Sichtweite gewesen. [...]" (FAZ 16.4.18)

Hatte der westliche Militärschlag Erfolg im Sinne der westlichen Interessen? (euro|topics)


Waren Luftschläge gegen Syrien ein Erfolg?
Die USA haben ihre mit Frankreich und Großbritannien durchgeführten Luftschläge gegen Syrien als Erfolg bezeichnet. Die Bombardements hätten die Möglichkeiten des Assad-Regimes zur Herstellung von Chemiewaffen stark eingeschränkt. Einige Kommentatoren hinterfragen die Wirksamkeit der Angriffe. Für andere stellen sie den Beginn einer dringend nötigen gemeinsamen Syrien-Strategie dar.
DAGENS NYHETER (SE)

Nicht mehr als Symbolpolitik

Mit Resignation blickt Dagens Nyheter auf die Raketenangriffe auf Syrien:
„Ob der Raketenangriff wirklich einen Effekt hat, ist äußerst zweifelhaft. Als vor einem Jahr als Repressalie eine Luftbasis bombardiert wurde, war diese nach nur einem Tag wieder in Betrieb. Assad hat seither mehrfach Kampfgas eingesetzt, und es besteht Grund zu der Annahme, dass ein Abschreckungseffekt auch dieses Mal fehlen wird. Die USA, Großbritannien und Frankreich erklärten, dass es eine begrenzte Aktion war, um zu zeigen, dass der Einsatz chemischer Kampfstoffe nicht der Normalfall werden kann. Mehr als Symbolpolitik ist es jedoch nicht. ... Was die USA jetzt in Syrien oder Teilen des Nahen Ostens zu tun gedenken, ist unklar. Die Raketen haben die Verwirrung nicht beseitigt. Irgendeine 'politische Lösung' zeichnet sich nicht ab.“
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LA REPUBBLICA (IT)

Assad hat noch genug Nervengas-Reserven

An der Wirkung der Angriffe zweifelt auch Bernardo Valli, Experte für internationale Politik, in La Repubblica:
„Ziel war es, die 'rote Linie' wiederherzustellen, das Verbot von Chemiewaffen, die Baschar-al Assad wiederholt gegen sein Volk eingesetzt hat. ... Nur dürften Trumps Ankündigung der Luftschläge ebenso wie die präzisen Hinweise für die Russen zu den Zielen der amerikanisch-französisch-britischen Raketen dazu geführt haben, dass nicht nur die Mitarbeiter der Forschungs-und Produktionsstätten in Sicherheit gebracht werden konnten, sondern auch Material und Labormaschinen. … Da verwundert es nicht, dass sich Baschar al-Assad kurz nach dem Angriff im syrischen Fernsehen ruhig und gelassen zeigte, als wäre nichts geschehen. … Die Erfahrung lehrt: Assad verfügt, was auch immer geschieht, über eine ausreichende Reserve an Nervengas.“
Bernardo Valli
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TAGES-ANZEIGER (CH)

Syrisches Leid wurde nicht gemindert

Um die Lage in Syrien zu verändern, müssten dem Luftschlag weitere folgen, glaubt der Tages-Anzeiger:
„Ein einzelner Luftschlag stoppt das Morden nicht. Das hat aber auch die westliche Nichteinmischung der vergangenen sieben Jahre nicht getan. ... Etwas verändern werden die Luftschläge nur, wenn sie jedes Mal erfolgen, wenn Assad Giftgas einsetzt. Auch dann, wenn es davon keine Bilder von toten Kindern gibt. Und verbunden sein müssen sie mit grösserer Hilfe des Westens an Syriens Nachbarn, mit der Aufnahme von Flüchtlingen (die Trump gestoppt hat) und mit verstärktem Druck auf Russland und den Iran. Ansonsten mögen die Bomben noch so präzise sein - sie werden das Leid in Syrien nicht mindern.“
Alan Cassidy
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STAR (TR)

Unglaubwürdiger Angriff

Der Journalist und AKP-Abgeordnete Mehmet Metiner erklärt in Star, warum ihn die Reaktion der USA nicht zufriedenstellt:
„Wenn der Westblock, angeführt von den USA, es wirklich gewollt hätte, wäre heute von dem Mörder Assad und seinem Regime nichts mehr übrig. Offensichtlich hat dieser Block kein Problem mit Assad, an dessen Händen Blut klebt. ... Ginge es hierbei tatsächlich um Menschlichkeit und Gewissen, hätte man von Anfang an gezeigt, dass es nicht nur in Syrien, sondern auf dieser Welt keinen Platz für den Mörder Assad und sein Regime gibt. Deshalb stellt es mich nicht zufrieden, dass diese militärische Offensive mit einem Wertekatalog legitimiert wird. Ich halte Militäroffensiven, die nicht direkt darauf abzielen, Assad zu stürzen, für unglaubwürdig.“
Mehmet Metiner
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HOSPODÁŘSKÉ NOVINY (CZ)

Auf dem Weg zur gemeinsamen Syrien-Strategie

Militärische Inkompetenz kann man Trump jetzt so schnell nicht noch einmal vorwerfen, findet Hospodářské noviny:
„Er hat klar gemacht, dass er die Benutzung chemischer Waffen auf unserem Planeten gegen Zivilisten nicht duldet. Und er ließ sich von seinen Militärberatern sagen, wie er vorzugehen habe. Mehr noch, er hat kurzfristig auch noch die Franzosen und Briten dazu geholt. Niemand kann so sagen, er befinde sich auf seinem eigenen Kriegspfad. Diese Sicht ist für uns wichtig. Trump öffnete die Möglichkeit eines Wegs dahin, dass endlich eine gemeinsame Strategie für Syrien entsteht.“
Teodor Marjanovič
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FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (DE)

Völkerrecht kein Argument gegen Bombardements

Das Vorgehen der USA, Großbritanniens und Frankreichs war gerechtfertigt, auch wenn das Völkerrecht gebrochen wurde, findet die Frankfurter Allgemeine Zeitung:
„[D]ieses Recht hängt in der Praxis ganz wesentlich davon ab, dass der UN-Sicherheitsrat funktioniert, dass also die Ständigen Mitglieder, drei Demokratien sowie ein autoritär geführtes Land und eine Parteidiktatur, bei Zielen und Mitteln übereinstimmen. Wenn ein Veto eingelegt wird, ist der Rat handlungsunfähig. Im syrischen Krieg war das ungeachtet aller Greuel oft der Fall; Russland hat daran einen beklagenswert großen Anteil. Wird der Bruch der Chemiewaffenkonvention nicht geahndet, ... braucht man auch keine großen Reden über den Primat des Völkerrechts zu halten.“
Klaus-Dieter Frankenberger
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Waren Luftschläge gegen Syrien ein Erfolg?
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Militärschlag: Was sind Interessen des Westens?
Nach dem Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen mutmaßliche Chemiewaffeneinrichtungen in Syrien möchten die drei Westmächte die Friedensgespräche unter UN-Führung wiederbeleben. Kommentatoren sehen die USA als Weltpolizist zurück auf der internationalen Bühne und setzen sich mit den Interessen der großen europäischen Staaten auseinander.
112.UA (UA)

Globale Führungskrise ist beendet

Die USA sind als Weltpolizist zurück, analysiert Politologe Heorhij Kuchalejschwili bei 112.ua:
„Die Republikaner geben Teheran und Pjöngjang zu verstehen, dass die Zeiten des 'Neustarts' und der Unentschlossenheit des demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama zu Ende gehen und diese nun eine konstruktive Außenpolitik führen und keine internationalen Spannungen provozieren sollten. Andernfalls werden die US-amerikanischen Tomahawks zu ihnen fliegen. Mit den präzisen Schlägen in Syrien versuchen die USA zu zeigen, dass sie als Weltpolizist zurückkehren und nach der alleinigen Führung in der von Instabilität und bewaffneten Konflikten zerrissenen multipolaren Welt streben.“
Heorhij Kuchalejschwili
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JUTARNJI LIST (HR)

Angriff kommt Westen gelegen

Der Angriff auf Assad kommt den Staats- und Regierungschefs der drei beteiligten Ländern im Moment aus verschiedenen Gründen gut gelegen, analysiert Jutarnji list:
„Trump kann von der Untersuchung der Mauscheleien mit den Russen vor der Wahl ablenken. Theresa May imitiert angesichts der Schwierigkeiten bei den Brexit-Verhandlungen ihre einzige weibliche Vorgängerin in der Downing Street [Margaret Thatcher], der der Falkland-Krieg die Popularität rettete. Eine Demonstration der Stärke im Ausland kommt auch Macron gelegen: Die Eisenbahner streiken und er schafft es nicht die Eurozone zu reformieren.“
Inoslav Bešker
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RZECZPOSPOLITA (PL)

Deutsche Sicherheitspolitik nur heiße Luft

Angesichts der Nicht-Beteiligung an den Luftschlägen in Syrien, fragt Rzeczpospolita, ob Deutschland ein verlässlicher Partner für den Westen ist:
„Den lauten Ankündigungen der Deutschen zum Trotz, Europa werde wegen der Verrücktheit Trumps in Sicherheitsfragen selbstständig, zeigt sich jetzt angesichts des konkreten Konflikts, dass die deutsche Sicherheitspolitik nicht mehr ist als PR und heiße Luft. Wie ein Bumerang kehren daher alte, fundamentale Fragen zurück, die auch für uns in Polen wichtig sind: Auf welcher Seite werden die Deutschen stehen, wenn es zu einem Konflikt mit Russland kommt? Auf der Seite des Westens und dessen Sicherheitsinteressen oder auf der Seite der Interessen von Nord Stream?“
Marek A. Cichocki
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