Mittwoch, 24. Juni 2026

Wirtschaftsflüchtlinge - Binnenflüchtlinge

 Wir wissen, dass das Asylrecht schon in den 1990er Jahren arg beschnitten wurde. Heute geht man mit den Einschränkungen noch weit darüber hinaus.

Damals klagten viele, es seien gar nicht alles politische Flüchtlinge, viele hätten hauptsächlich Wirtschaftsflüchtlinge. Heute wird argumentiert, die Flüchtlinge sollten nicht nach Europa kommen, sondern in ihrem Lande bleiben (Man will sich die Abschiebung von bereits bei uns integrierten Flüchtlingen ersparen.) Und wenn nicht in ihrem Lande, so solle wenigstens schon in Afrika über ihr Schicksal entschieden werden. Dabei haben manche Länder wie z.B. Libanon schon einen Flüchtlingsanteil an der Bevölkerung von über 20%. Und dann wird Libanon noch immer wieder angegriffen, weil Israel die Bekämpfung der Hisbollah durch den Libanon für unzureichend hält.

Weil in diesen Ländern nicht genügend Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden kann, gibt es inzwischen viele Flüchtlingslager mit über hunderttausend Flüchtlingen in Zelten. Das größte hat nahezu eine Million Einwohner. 

Aus europäischer Sicht ist der Flüchtlingsansturm unzumutbar. Dabei gab es in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Millionen von vertriebenen Flüchtlingen, Binnenflüchtlingen.

Über das Schicksal der Flüchtlinge Mitte der 1930er Jahre, als auf Zehntausenden von Quadratkilometern in der "Dust Bowl" von  Oklahoma und Arkansas die fruchtbare Erdkrume vom Winde verweht wurde, hat John Steinbeck zunächst als Reporter und dann in seinem Roman Früchte des Zorns berichtet, wie die Anwohner den Flüchtlingen das Menschsein absprachen."

"Tom sagte: 'Wenn wir ne Panne haben, hilft uns sicher jemand.'

'Ja, vielleicht. Aber die Leute haben Angst, nachts zu halten. Ich würde es nicht gerne machen. Da braucht man mehr Mut dazu, wie ich habe.'
Tom lachte. 'Wenn einem nichts anderes übrig bleibt, braucht's eben keinen Mut. Na, also danke schön. Wir machen weiter.' Und er stieg ein und fuhr davon.
Der Junge in Weiß ging hinein in das Tankstellengebäude, wo sein Kollege über einem Rechnungsbuch saß. 'Mensch, was für ne Ladung!'
'Die Okies? Die sehen doch alle so aus.'
'Guter Gott, in so 'ner Kutsche möchte ich nicht fahren.'
'Naja, du und ich, wir haben ja auch Verstand. Aber diese gottverdammten Okies    haben keinen Verstand und kein Gefühl. Sind überhaupt keine Menschen. Ein Mensch könnte gar nicht so leben wie sie. Ein Mensch könnte 's auch gar nicht aushalten, so dreckig und elend zu sein. Die sind nicht viel besser wie die Affen.'
'Trotzdem bin ich froh, dass ich kein Hudson-Super-Six 'rüberfahren muss. Das Ding klingt wie 'ne Dreschmaschine.
 Der andere beugte sich wieder über sein Rechnungsbuch. Und ein großer Schweißtropfen rollte ihm die Finger herunter und fiel auf die rosa Rechnungen.  'Ich will dir was sagen – denen macht’s nichts aus. Die sind so kotzdämlich, dass sie gar nicht wissen, wie gefährlich 's ist. Meine Güte, sie können's ja gar nicht besser wissen. Also, was willst du?'
'Gar nichts will ich. Ich habe nur gedacht, ich würde 's nicht so machen.'
'Naja, weil du's besser weißt. Die wissen's aber nicht besser.' " (S.235/36) 


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