Freitag, 22. August 2025

Donald Trump - ein zukünftiger Friedensnobelpreisträgen?

 

Donald Trump ist seit 214 Tagen im Amt 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ging, aber bei uns in der Redaktion haben wir am vergangenen Freitag alle lang auf ein Rollfeld in Anchorage im US-Bundesstaat Alaska gestarrt. Dort war Donald Trump gelandet, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Trump war morgens aus Washington, D. C. etwas verspätet losgeflogen, kam aber – wichtig – noch vor Putin an. Dann stand die Air Force One herum, die Livebilder zeigten rote Teppiche, die ausgerollt wurden, und es wurde gewartet.

Als Putin dann einflog, fühlte ich mich ein wenig an 80er-Jahre-Kalter-Krieg-Filme erinnert. Allerdings nur kurz. Denn als Trump ausgestiegen und seinen Teil des roten Teppichs entlanggelaufen war, blieb er stehen und klatschte in die Hände. Ein, so wirkte es, freudiges Warten auf den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Putin, gegen den der Internationale Strafgerichtshof (den die USA nicht anerkennen) einen Haftbefehl erlassen hat. Es ist, neben der gemeinsamen Fahrt von Trump und Putin in der Präsidentenlimousine "The Beast", das Bild, das für mich von diesem Gipfel in Alaska bleibt. Und natürlich die Ergebnisse, die zunächst diffus waren. Aber dann so sehr Sorge bereiteten, dass sich die europäischen Staats- und Regierungschefs, die an der Seite des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stehen, entschlossen, ihn am Montag ins Weiße Haus zu begleiten.

Auch da verfolgte ich mit einer gewissen Angespanntheit die Livebilder, Selenskyj bei Trump im Oval Office, das weckte furchtbare Erinnerungen an den Eklat im Februar. Dieses Mal verlief es anders, Selenskyj sagte sehr oft "Thank You, Mr. President", der deutsche Bundeskanzler (dem Trump zu seiner guten Gesichtsbräune – great tan – gratulierte) und die anderen Europäer stimmten ein: "Thank you, thank you." Gipfel gerettet, und gar so etwas wie Hoffnung fürs Team Europa machte sich breit. Doch der Preis, den die Ukraine für ein Friedensabkommen tatsächlich zahlen wird, ist wohl immens

Mit einem ganz anderen Preis beschäftigt sich übrigens Trump. Der Präsident möchte unbedingt den Friedensnobelpreis bekommen. Sechs bis sieben Kriege will er schon beendet haben. Prüft man das mal, stellt man fest: Clickbait kann er.

 57. Spezialausgabe unseres Was-jetzt?-Newsletters zur Lage in den USA  von Rieke Havertz

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