"[...] Die AfD sei in einem permanenten Wahlkampfmodus, schreibt Sundermeyer. Von einer wachsenden Zahl von Menschen vor allem im Osten wird das als „Bürgernähe“ wahrgenommen, was sich für die AfD wiederum in immer neuen Wahlerfolgen niederschlägt.
Triumphales Gebaren der Rechten
Für die Demokratie gefährlich ist das, weil die Partei parallel dazu ihr Auftreten professionalisiert und ihre Inhalte radikalisiert hat. Sundermeyer spricht von der „Gesinnungsgemeinschaft“, welche die Partei und ihr Vorfeld anstreben. Dabei geht es nicht um ein Parteiprogramm – dabei geht es um einen grundlegenden, radikalen Umbau von Staat und Gesellschaft, um die Abschaffung des Bestehenden. [...]
Den demokratischen Parteien wirft er [Sundermeyer] vor, über zu viele Jahre der AfD das „Kümmerer“-Feld fahrlässig überlassen zu haben. Kopieren helfe nicht und komme auch zu spät. [...]
Sundermeyer ist einen Schritt weiter, mindestens. Er konstatiert, was ist: Die AfD ist seit ihrer Gründung 2013 kontinuierlich aufgestiegen, im Osten stärkste Kraft und schickt sich an, im Westen gleichzuziehen. Sundermeyer zeigt Schritt für Schritt, Wahl für Wahl, dass die Gegendemos, die empörten Debatten der demokratisch gesinnten Öffentlichkeit und die erst bräsig-arroganten, dann zunehmend hektischen Reaktionen der anderen Parteien die Rechtsaußen-Partei nicht aufgehalten haben – dass die herkömmlichen Methoden der politischen Auseinandersetzung nicht gefruchtet haben.
Für ein zentrales Mittel, um die AfD in Schach zu halten, hält der Autor die Brandmauer bei Wahlen und Koalitionsbildungen. Nichts störe die extrem rechte Partei mehr. Um ihren Aufwärtstrend zu stoppen und umzukehren, bedürfe es außerdem der inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihr. Auch wenn das von vielen als anstrengend empfunden werde, sei es unerlässlich, schreibt Sundermeyer. Es brauche einen neuen Politikertyp und einen neuen Politikstil, um die Partei auszubremsen: zugewandt und zuhörend, reaktionsschnell, innovativ. [...]"
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