Für die Asylpolitik gibt es nicht den einen Königsweg, der die Wahrung der Menschenrechte von Migranten und den Schutz der Bevölkerung verbindet vor einer Minderheit, die gelernt hat, hart im Nehmen sich im Überlebenskampf gegen Konkurrenten durchzusetzen.
Wenn man bedenkt, dass ein zu hoher Prozentsatz (sei er auch zahlenmäßig vielleicht gar nicht so groß) erlebt hat, dass nur Abhärtung gegen das Los der neben ihn Sterbenden ihm die Energie aufzubringen erlaubt, nicht aufzugeben, braucht man sich nicht zu wundern, dass zu viele traumatisiert aus diesem Lebenskampf hervorgegangen sind, so wie sensible Bundeswehrsoldaten aus ihrem Einsatz in Afghanistan, wo vielfältiger Einsatz unter Lebensgefahr nicht der Sicherheit der afghanischen Frauen und auch nicht der Sicherheit der deutschen Bevölkerung gedient hat. Die Umrüstung auf Einsatz "der Bundeswehr außerhalb des geografischen Geltungsbereichs des NATO-Vertrags.[1]" (Wikipedia) hat mit Sicherheit nicht geholfen Russland vor dem Angriff auf die Ukraine abzuschrecken. Die Zahl der Mauertoten ist verschwindend gering gegenüber der Zahl der Menschen, die auf dem Weg in sichere europäische Staaten verdurstet, ertrunken oder auf andere Weise zu Tode gekommen sind (z.B. bei Schleppertransporte in unzureichend belüfteten Fahrzeugen). Dass die Wüsten noch weniger als die Meere geeignet sind, Statistiken über die dort Verstorbenen zu erlauben, macht es nicht möglich, einen genauen Größenvergleich der Zahlen vorzunehmen.
Ich habe zu viel Einsatz dafür geleistet, Migranten die Integration in Deutschland zu erleichtern und zu viel über Abschiebungen von recht gut Integrierten erfahren, als dass ich meinen könnte, es wäre alles Menschenmögliche für die Aufnahme und den Schutz von Migranten getan. Andererseits habe ich genug über gegenseitige Tötung von Migranten in Flüchtlingsunterkünften und von unbeteiligten Bürgern bei Gelegenheiten, bei denen man sich früher sicher fühlte, um mir darüber Illusionen zu machen. Schon in den 1970er Jahren ist der notwendige Standard nicht erreicht worden und seitdem mit Sicherheit nicht besser.
Aber: Weder der Schutz der Menschenrechte noch der Schutz der Bevölkerung ist zureichend geleistet worden.
Dazu sollte man freilich bedenken, dass es außerhalb von Europa nur in den wenigsten Ländern besser erreicht worden ist.
Wenn 130 Millionen Menschen auf der Flucht sind und im Zuge eines unzureichend gebremsten Klimawandels diese Zahlen auf ein Vielfaches zunehmen werden, dann gibt es keinen Königsweg, sondern es hilft allein der Versuch, die Fluchtgründe aufgrund von Bürgerkriegen, Kriegen Hungerkatstrophen und daher nicht zuletzt des Klimawandels so gering wie möglich zu halten. Aber über diese Situation gibt keine unserer Parteien klare Auskunft. Die Parteien, denen daran gelegen ist, dass die Bevölkerung sich der Illusion eines Königsweges hingibt, selbstverständlich am wenigsten.
Trump und Putin sind sicher nicht solche Bösewichte, wie ihre schärfsten Kritiker behaupten. Aber die Tatsache, dass so viele Menschen glauben, Trump und Putin gingen den richtigen Weg, zeigt, dass es gelungen ist, für Hunderte von Millionen die Wahrheit über die gegenwärtige Überlebenssituation der Mehrheit der Menschen zu verbergen.
Deshalb wird so viel diskutiert, als ob alles besser würde, wenn man nur den richtigen Weg ginge. Den einen richtigen Weg gibt es nicht, sondern nur die Aufgabe, für uns alle, das Bestmögliche in der gegebenen Situation zu erreichen und dafür die notwendigen Abstriche vom Wünschenswerten zu machen.
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