"Unser derzeitiges System ist so aufgebaut, dass es immer neue Wege sucht, das Gemeingut zu privatisieren und aus Katastrophen Profit zu generieren; wenn man es ungehindert schalten und walten lässt, ist es zu gar nichts anderem in der Lage. Die Schock-Strategie ist jedoch nicht die einzige Art, wie Gesellschaften auf eine Krise reagieren. Das haben wir alle in den vergangenen Jahren erlebt, als sich die Finanzkrise, die 2008 an der Wall Street begann, auf die ganze Welt ausbreitete. Ein plötzlicher Anstieg der Lebensmittelpreise war einer der Auslöser für den Arabischen Frühling. Die Sparpolitik hat zu Massenbewegungen in zahlreichen Ländern geführt, von Griechenland über Spanien, Chile, die Vereinigten Staaten bis hin nach Quebec. Viele von uns sind inzwischen geübt in Protesten gegen diejenigen, die Krisen zynisch ausnutzen, um den öffentlichen Sektor auszuplündern. Diese Proteste haben aber auch gezeigt, dass es nicht reicht, einfach nur Nein zu sagen. Damit Oppositionsbewegungen nicht nur ein Strohfeuer bleiben, brauchen sie eine umfassende Vision dessen, was an die Stelle unseres scheiternden Systems treten soll, und tragfähige politische Strategien für die Durchsetzung dieser Ziele." (Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima.S.19)
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