Wenn man Macht und Interesse als zentrale politische Kategorien versteht, kann man Macht als die Fähigkeit definieren, andere dazu zu bringen, etwas zu tun, was sie von sich aus nicht tun würden.
Interesse wäre - politisch gesehen - das Interesse des einzelnen politischen Handelnden, seinen Fortbestand zu bewahren und selbstwirksam zu werden.
Demokratie ist als eine Form des Interessensausgleichs innerhalb eines einzelnen Staates zu verstehen. Die Menschenwürde als Garantie für Fortbestand und Selbstwirksamkeit des Individuums. In einer Demokratie wird die Menschenwürde durch Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz gesichert. Eine Mehrheit ermöglicht Herrschaft des Volkes: Demokratie. Menschenrechte schützen den Einzelnen vor Übergriffen des Staates.
Das Völkerrecht versucht, den Interessensausgleich innerhalb der Staatengemeinschaft zu ordnen. Bündnisse versuchen die Macht mehrerer Akteure zu bündeln. Weltorganisationen wie der Völkerbund und die Vereinten Nationen versuchen Friedenssicherung durch eine internationale Ordnung den Interessensausgleich zu organisieren. Das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates und das Verbot eines Angriffskrieges sollen den Fortbestand und die Selbstwirksamkeit der Staaten sichern.
Literatur:
E.-O. Czempiel: Kluge Macht, 1999
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