Dienstag, 6. Mai 2025

Stellungnahme von Amnesty International zur Kanzlerwahl

 Friedrich Merz ist Bundeskanzler. Seine Regierung nimmt heute die Arbeit auf – und mit ihr die Pflicht, unsere Grundrechte zu achten und zu schützen.


Diese Verantwortung beginnt nicht irgendwann, sondern ab dem ersten Tag. Sie ist festgeschrieben in Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Doch schon in seinen ersten Ankündigungen stellt der neue Kanzler dieses Fundament infrage: Zurückweisungen an der Grenze, Abschottung statt Schutz, autoritäre Rhetorik statt rechtsstaatlicher Praxis.

Wir sagen ganz klar: Das ist ein Angriff auf zentrale Prinzipien der Menschenrechte – und wir werden ihn nicht unbeantwortet lassen.
Was der Kurs der neuen Regierung für Menschenrechte bedeutet:
  • Kettenabschiebungen: Wer an Deutschlands Grenze zurückgewiesen wird, könnte ohne Verfahren weitergeschoben werden – bis in Länder, in denen Folter, Verfolgung oder der Tod drohen.
  • Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien? Das wäre menschenrechtswidrig. Kein Mensch darf in ein Land abgeschoben werden, in dem ihm Gefahren für Leib und Leben drohen.
  • Kein Zugang zu Rechtsbeistand: Die neue Regierung will Asylverfahren beschleunigen – und Menschen die Möglichkeit nehmen, sich rechtlich gegen ihre Abschiebung zu wehren.  
  • Rüstungsexporte für eine zufriedene Verteidigungsindustrie? Deutschland darf keine Waffen an Staaten liefern, die damit gegen Menschenrechte oder das humanitäre Völkerrecht verstoßen. Merz muss klare Grenzen ziehen.
  • Kritische Stimmen unter Druck: Die Zivilgesellschaft soll nur dann Förderung erhalten, wenn sie zu Israels Völkerrechtsverbrechen in Gaza schweigt – unfassbar.

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