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Ungewissheit hängt über der großen Militärparade, die Russland jeweils am 9. Mai in Moskau abhält, um den Sieg über Nazi-Deutschland zu feiern. Da es der Ukraine immer häufiger gelingt, Ziele in ganz unterschiedlichen Teilen des Angreiferlandes mit Drohnen zu treffen, wird die Parade dieses Jahr ohne schweres Kriegsgerät stattfinden. Kommentatoren erkennen ein Zeichen der Verwundbarkeit und ziehen ganz unterschiedliche Schlüsse. |
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| Kernelement des Putinismus im VisierFür Latvijas Avīze hätte ein erfolgreicher ukrainischer Angriff am 9. Mai große symbolische Bedeutung: „Es ginge dabei weniger um einen materiellen Schaden als vielmehr um eine Untergrabung des gesamten Bildes russischer Größe, das über Jahre hinweg um dieses Datum herum aufgebaut wurde. Ideologisch bleibt die Bedeutung dieses Tages natürlich unverändert – er war und bleibt das Kernelement des Putinismus.“
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| Der Preis für Störungen wäre zu hochDer Kyjiw-Korrespondent der taz, Bernhard Clasen, rät der Ukraine von Drohnenangriffen ab: „Russland wird diese ukrainischen Angriffe nutzen, um die ukrainische Führung als Faschisten hinzustellen, die das Andenken an den Sieg über Hitler schmälern wollen. Dazu kommt: ... [N]ur wenige [Drohnen] werden durchkommen. Die anderen werden abgeschossen. Und abgeschossene Drohnen über Wohngebieten könnten den Tod von Zivilisten bedeuten. Leider ist auch die Drohung ..., man werde das Zentrum von Kyjiw mit Raketen beschießen, sollte die Ukraine am 8. oder 9. Mai Russland angreifen, ernst zu nehmen. Warum aber das Leben von Kyjiwer Zivilisten riskieren? Ein hoher Preis dafür, Putins Parade die Schau zu stehlen.“
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| Angriff auf Kyjiw längst beschlossenMilitär- und Politikexperte Olexander Kowalenko schreibt auf Facebook: „In Russland schickt man die ungezügeltsten Propagandisten mit Drohungen gegen die Ukraine auf die Bühne, um die Ruhe rund um die Parade am 9. Mai zu sichern. Marija Sacharowa [Sprecherin des russischen Außenministeriums] droht mit einem Schlag gegen Kyjiw, und [TV-Moderatorin Olga] Skabejewa erklärt, wie dieser ablaufen soll. Dabei verschweigen sie alle, dass ein solcher Angriff längst vorbereitet ist und in jedem Fall nach dem 9. Mai erfolgen wird – unabhängig davon, ob sich die Ukraine an die von Russland ausgerufene Pseudo-Waffenruhe hält oder nicht.“
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| Gute Gelegenheit, Russland zu spaltenPolitologe Abbas Galliamow geht in einem von Echo übernommenen Telegram-Post davon aus, dass die Ukraine den Umstand ausnutzen wird, dass Russland seine Luftverteidigung um Moskau zusammengezogen hat: „Die Ukrainer werden einen Keil zwischen Moskau und die russischen Regionen treiben, indem sie unterstreichen, dass die Verteidigung der Hauptstadt auf deren Kosten erfolgt. Es wäre seltsam, wenn sie dies nicht täten. Dies ist eine der größten Schwachstellen des Putin-Regimes. Der einzige wirksame Schutz vor dieser Angriffslinie wären regelmäßige Besuche Putins in den Provinzen, bei denen die Übergabe neuer Luftabwehrsysteme an jede besuchte Region verkündet wird. Doch dazu ist der russische Präsident meiner Meinung nach nicht in der Lage.“
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| Schadenfreude ist hier völlig fehl am PlatzDie Weltwoche warnt: „Man liest derzeit überall die gleichen Schlagzeilen: Wladimir Putin stecke in Schwierigkeiten, er sei nicht mehr der 'Strong Man', der er sein wolle, und Russland drohe den Krieg in der Ukraine militärisch zu verlieren. Begleitet wird dies von einer hämischen Sandkastenfreude gewisser Journalisten, die sich an den Siegesparaden in Moskau abarbeiten. Doch man muss hier eine andere Sicht einnehmen: Wenn diese Berichte stimmen, dann wird es erst richtig gefährlich. Es ist eine Politik des suizidalen Wahnsinns, eine Atommacht wie Russland so massiv in die Ecke zu drängen. Wer glaubt, eine Niederlage Russlands auf dem Schlachtfeld sei eine erfreuliche Perspektive, verkennt die strategische Realität. Eine Atommacht, die sich in ihrer Existenz bedroht fühlt, wird die Neigung verspüren, stärkere Waffen einzusetzen.“
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