Donnerstag, 10. Oktober 2019

euro|topics: Türkei beginnt neue Bodenoffensive in Nordsyrien

Nach dem begonnenen Abzug der US-Truppen hat das türkische Militär am Mittwoch eine erneute Offensive gegen kurdische Milizen in Nordsyrien gestartet. Nach mehrstündigen Luftangriffen marschierten am späten Abend auch Bodentruppen ein. Tausende Zivilisten flohen gen Süden. Die Erschütterungen dieser neuen Eskalation in Syrien werden auch in Europa und den USA zu spüren sein, prophezeien Kommentatoren.
POLITIS (CY)

Invasion und Besatzung mit dem Segen der Welt

Der zyperntürkische Kolumnist Şener Levent beschreibt in Politis die Strategie Erdoğans:
„Er wird einen Völkermord begehen! Erdoğan kündigte seinen Plan bei der Uno an, während er allen in die Augen sah. Die Invasion und die Besetzung sind von der Welt nun legalisiert. ... Der Mann listete auf, was er nach der Invasion tun würde. ... Er wird Häuser bauen, sagt er. Schulen. Moscheen. Und schaut mal, wie frech er ist! Er verlangt dafür Gelder von Europa. Wenn Europa sich gegen diese Militäroperation stellt, wird die Türkei ihre Tore öffnen und drei Millionen syrische Flüchtlinge nach Europa schicken! Bedrohung! Erpressung! Diese wurde auch legalisiert.“
Şener Levent
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ZEIT ONLINE (DE)

Europas Hilflosigkeit ist selbstverschuldet

Die Europäer beschränken sich wieder einmal auf bloßes Mahnen und Schimpfen, kritisiert Zeit Online:
„Zeigefinger hoch! Sprechblasen raus! Hinter der moralischen Überlegenheit verbirgt sich pure Hilf- und Machtlosigkeit. Dabei hatten die Europäer durchaus die Möglichkeit, in Nordsyrien eine wichtigere Rolle zu spielen. Die Amerikaner haben vor Monaten um europäische Hilfe vor Ort gebeten. ... Europa hat es aus Schwäche versäumt, im wohlverstandenen Eigeninteresse zu handeln. Jede Erschütterung im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf Europa, darum sollten die Europäer ein Mitspracherecht haben. Das aber kriegen sie nicht geschenkt, das müssen sie sich erkämpfen.“
Ulrich Ladurner
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JUTARNJI LIST (HR)

USA entpuppen sich als unzuverlässiger Partner

Dadurch, dass Trump die kurdischen Verbündeten der Gnade der Türkei überlässt, riskiert er die Glaubwürdigkeit der USA, meint Jutarnji list:
„Entscheidungen werden im Weißen Haus ohne klare Kriterien gefällt, nach den Launen von Präsident Donald Trump, ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen für US-Interessen. ... Seine Entscheidung kritisieren selbst Trumps loyalste Anhänger, selbst Fox News. Denn Trump überschritt damit eine gefährliche Grenze: Er zeigt, dass Amerika ein unzuverlässiger Partner ist. Obwohl die Republikaner ihren Präsidenten im Weißen Haus haben möchten und seine konservativen Standpunkte unterstützen, sind sie bei einer Sache nicht zu Kompromissen bereit: dem Einfluss der USA als relevante Weltmacht und ihr Ansehen als treue Alliierte seiner internationalen Partner.“
Ivan Fischer
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ILTA-SANOMAT (FI)

Gefährliche Einlösung eines Wahlversprechens

Die USA lassen ihre Verbündeten in Syrien im Stich, kritisiert Ilta-Sanomat:
„Die größte Verwirrung in diesem zynischen Machtspiel verursacht Präsident Donald Trump, denn die syrischen Kurden waren Verbündete der USA im Kampf gegen den IS. Die Entscheidung Trumps, die US-Streitkräfte nach Hause zu holen und der Türkei den Weg frei zu machen, ist ein Dolchstoß in den Rücken eines vertrauenswürdigen Verbündeten. Wer kann Trump klar machen, dass die Einhaltung des Wahlversprechens zu dieser Zeit ihm selbst mehr schadet als nützt?“
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