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Samstag, 11. April 2026

Fallen der Geographie für die Politik

 https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-04/strasse-von-hormus-persischer-golf-tim-marshall-geostrategie ZEIT 11.4.26

ZEIT: Die geografischen Verhältnisse sind aber auch so, dass sie jedem Angreifer Kopfschmerzen bereiten müssen. Die Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist gerade mal etwa 30 Kilometer breit, und die iranische Küste lässt sich offenbar hervorragend verteidigen.

"[...] Marshall: Das stimmt, die Iraner haben eine knapp 1.500 Kilometer lange Küste am Persischen Golf – gesäumt von schroffen Steilküsten, in denen man Seezielraketen geradezu verschwinden lassen kann. Dazu kommen vorgelagerte Inseln, die sich als Verteidigungsstellungen nutzen lassen. Die Insel Charg, die rund 500 Kilometer weiter nordöstlich liegt. Unzählige kleine, fjordartige Buchten. Die Geografie begünstigt hier eindeutig den Verteidiger. [...]

Dienstag, 17. März 2026

euro|topics: Bringt der Iran-Krieg die Weltwirtschaft in Not?

US-Präsident Trump hat die Nato sowie asiatische Staaten aufgefordert, sich an der militärischen Sicherung des Schifffahrtsverkehrs in der Straße von Hormus zu beteiligen. Denn die faktische iranische Blockade der Meerenge lässt die Öl- und Gaspreise drastisch steigen. Europas Medien beleuchten das Vorgehen der USA in dieser beginnenden Energiekrise und skizzieren deren globale ökonomische und soziale Folgen.

Jornal de Notícias (PT)

Armut wird um sich greifen

Jornal de Notícias zeichnet ein düsteres Szenario für die Weltwirtschaft:

„Bis zum Beginn einer Rezession, die wiederum Arbeitslosigkeit und Verarmung mit sich bringen wird, werden nur wenige Monate vergehen. Das mag wie eine katastrophale Vorhersage klingen (und hoffentlich ist es das auch), aber genau das lehrt uns die Geschichte. Die Anzeichen, die eine wirtschaftliche Katastrophe ankündigen, sind selbst für einen Laien leicht zu erkennen. Was sich jedoch niemals vorhersagen lässt, sind das Ausmaß, die Dauer und das Leid, das sie verursachen wird. Eines ist jedoch sicher: In einer Wirtschaftskrise wird die Last nicht gerecht verteilt. Die sehr Reichen bleiben reich, die Mittelschicht verfällt in Armut und die Armen in Elend.“

Rafael Barbosa
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El País (ES)

Teil der Rivalität zwischen China und USA

Wirtschaftsexpertin Alicia García Herrero skizziert in El País den geopolitischen Kontext:

„In einer durch die Pandemie 2020–2021 und die Inflationskrise 2022–2024 geschwächten Welt mit hoher Staatsverschuldung und fragilen Arbeitsmärkten könnte diese Krise verheerender sein als die Ukraine-Krise 2022. … Der Angriff auf den Iran ist Teil des Wettbewerbs zwischen den USA und China, in dem Washington nun militärisch agiert, da sein wirtschaftlicher Einfluss schrumpft. … Die Trump-Regierung scheint China den Zugang zu billiger Energie verwehren zu wollen. ... Die Lösung des Konflikts wird im Kampf zwischen den USA und China ausschlaggebend sein.“

Alicia García Herrero
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La Stampa (IT)

Russisches Öl als Lückenfüller gefragt

Warum Trump die Handelssanktionen gegen Moskau gelockert hat, erklärt La Stampa:

„Die amerikanische Entscheidung, den Verkauf des auf See blockierten russischen Öls zu gestatten, führt zu einer neuen strategischen Spannung. Um den durch die Hormus-Krise verursachten Energieschock einzudämmen, reduziert Washington den wirtschaftlichen Druck auf Moskau. ... Die Blockade von Hormus destabilisiert nicht nur den Ölmarkt, sondern könnte eine Inflationsspirale auslösen, in der Gas, Öl und Lebensmittel zu Quellen wirtschaftlichen und politischen Drucks werden. Dies erklärt die amerikanische Entscheidung. Priorität hat die Vermeidung eines globalen Energieschocks.“

Ettore Sequi
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Trud (BG)

Je länger, desto katastrophaler

Energie-Experte Bojan Raschow nennt in Trud Szenarien für den Fall anhaltender Rohstoffknappheit:

„Zwei weitere Wochen der Hormus-Blockade würden zu einem Erdölpreis von 160 Dollar und bis zum Jahresende anhaltend hohen Preisen führen. ... Zwei Monate Blockade würden zu einer echten weltweiten Kraftstoffknappheit führen, da viele Länder den Export einfach einstellen und alles für den Binnenverbrauch zurückhalten würden. Wer keine eigenen Ölquellen und keine eigene Raffinerie besitzt, wird stark darunter leiden. Drei Monate sind für mich ein Szenario für eine schwere globale Rezession, verbunden mit hoher Inflation, da die Handels- und Staatsreserven der meisten Importländer praktisch aufgebraucht sein werden. Jenseits von drei Monaten ist es bereits ein Szenario für eine neue Folge von 'Mad Max'.“

Bojan Raschew
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