Das Spiel Mexiko gegen Südafrika gibt am heutigen Donnerstag den Auftakt zur Fußball-WM der Männer. In den drei Gastgeberländern Mexiko, Kanada und USA tritt eine Rekordzahl von 48 Teams in über 100 Spielen gegeneinander an. Viele Entscheidungen der Veranstalter stehen für Europas Presse im Kontrast zu den Werten, die der Sport verkörpern sollte. |
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| Chancengleichheit ist hier ein FremdwortHämeen Sanomat stellt klar: „Wer behauptet, Sport sei nicht politisch, redet Unsinn. Auch diese Weltmeisterschaft ist sehr politisch. Vor allem das Gastgeberland USA und der Iran stehen im Mittelpunkt. Die iranische Mannschaft darf an Spieltagen auf die Seite der USA kommen, ansonsten ist sie jedoch in Mexiko untergebracht und trainiert dort. Den USA passte es auch nicht, dass die Spiele des Iran in Mexiko oder Kanada ausgetragen worden wären, obwohl das Land dies den USA vorgeschlagen hatte. Im Fußball spricht man gerne von Werten: Fairness und Gleichberechtigung. Bei der Organisation des Turniers ist man noch weit von den Werten der Fußballwelt entfernt. Hoffentlich gelten wenigstens auf dem Platz die Regeln des Fairplay.“
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| Manche müssen draußen bleibenIn den USA wird sich nicht alles nur um Fußball drehen, glaubt Hospodářské noviny: „Vorrangiges Thema werden die Einreisebestimmungen der USA sein, denn die Bekämpfung von Migration im Zusammenhang mit dem Schutz vor potenziellen Terroristen ist Trumps zentrales Thema. Die iranische Nationalmannschaft, die in Mexiko ihr Quartier hat, reist für die Spiele nach Los Angeles, doch dürfen Fans mit iranischem Pass nicht einreisen und sie unterstützen – ähnlich wie bei drei anderen Teilnehmerländern (Haiti, Senegal und Elfenbeinküste). ... Der beste afrikanische Schiedsrichter, Omar Artan, der von amerikanischen Grenzbeamten aus Miami zurückgeschickt wurde, weil er einen somalischen Pass besitzt, weiß das nur zu gut.“
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| Erfolgsmodell IntegrationDie WM kann auch ein Zeichen gegen den Anti-Immigrationsdiskurs der Rechtspopulisten sein, schreibt Visão: „Sport dient nicht dazu, die Welt zu verändern, aber er hilft in manchen Fällen dabei, die Realität, in der wir leben, zu erklären. Die besten Fußballmannschaften sind zunehmend perfekte Beispiele für multikulturelle Integration, in denen jeder Spieler weiß, wie er seine Rolle für ein gemeinsames Ziel erfüllen muss. … Isolationistische Populisten verstehen es zwar, mit Worten zu spielen, aber in Wahrheit verstehen sie nichts von dem Spiel, auf das es ankommt: dem Spiel der Entwicklung und des Fortschritts, mit Chancen für alle. Hoffen wir, dass wir zumindest einen Monat lang, während der Weltmeisterschaft, diese Lektion auf den Spielfeldern Nordamerikas lernen können.“
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| Zum exklusiven Event verkommenDenník Postoj reibt sich an der Kommerzialisierung: „Die Kombination aus strengen Visabestimmungen und horrenden Ticketpreisen macht dieses Event für viele Fans aus der unteren und mittleren Einkommensschicht unerschwinglich. Doch Fußball ist ein Volkssport, und genau das macht seine besondere Atmosphäre aus. Die Fifa-Führung agiert seit einiger Zeit so, als wolle sie die Weltmeisterschaft zu einem Event für die oberen Zehntausend machen. Sie sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt, dass sie viel mehr an ihre eigenen Einnahmen und Sponsoren als an die normalen Fans denkt. Die pompöse Halbzeitshow beim Finale ist ein treffendes Beispiel für diese Entwicklung.“
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| Der Ärger wird schnell verfliegenSobald der Ball rollt, wird die berechtigte Kritik leider wieder verstummen, befürchtet Jyllands-Posten: „Infantino hat sich mit Trump eingelassen und die Fußballfans der launischen Gnade des US-Präsidenten ausgeliefert. Und das alles nur, um Geld und Macht zu erlangen. Schon jetzt birgt die Veranstaltung alle Zutaten, um sich zu einer absurden Freakshow zu entwickeln. Aber wir wissen auch, dass Kritik meist übertönt wird, sobald der Ball rollt. So war es zuletzt in Katar, so wird es vermutlich auch in den USA sein – und das wird sich sicher wiederholen, wenn die nächste Weltmeisterschaft in … Saudi-Arabien stattfindet. Das ist zutiefst bedrückend.“
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| Spielverderber ignorierenDie Mächtigen dürfen dem Volkssport nicht die Schau stehlen, findet Trouw: „Diese WM gehört weder Trump noch der ICE, noch nicht einmal Fifa-Chef Gianni Infantino. Der Fußball wird von zu vielen Menschen geliebt, als dass man ihn wegnehmen könnte. ... Dass sich ihr Land für diese WM qualifiziert hat, macht die Menschen aus Kap Verde, Curaçao, Haiti, der Elfenbeinküste, dem Iran und dem Kongo zu Recht stolz. Sie werden feiern wollen, und man kann nur hoffen, dass sie dies auch ausgiebig und ausgelassen tun. ... Der Wert des Fußballs ist zu groß, als dass er von den Launen der Machthaber unserer Zeit überschattet werden dürfte.“
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