Hannah Arendt leitet vom Problem der nationalen Minderheiten über zu dem der Staatenlosen [...]. Sie hält die Staatenlosigkeit für ein fatales Produkt der Nationalstaatlichkeit und demonstriert daran ihre berühmt gewordene These eines 'Paradox der Menschenrechte'.
Fonty
Samstag, 10. Oktober 2026
Paradox der Menschenrechte (H. Arendt)
Donnerstag, 8. Oktober 2026
Weshalb Geschäftsleute "erfolgreicher" wirtschaften als öffentliche Einrichtungen
Jens Berger weist darauf hin, dass man die Vonovia aufkaufen („Leveraged Buyout“) und sie dann mit zusätzlichen Schulden verkaufen könnte.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=157233
Recht hat er. Die Frage ist nur, ob er Staat erfolgreich wie Privat Equity-Firmen handeln kann. Bei der Bahn hat der Versuch, sie zu privatisieren, bekanntlich zum Zusammenbruch auf Raten geführt, was nicht bedeutet, dass sich bei Stuttgart 21 nicht noch viele Privatfirmen gesundstoßen könnten.
Donnerstag, 1. Oktober 2026
euro|topics: Flydubai-Flug: Kampf im Cockpit erzwingt Notlandung
Bei einem Flug der Linie Flydubai von Dubai nach Tel Aviv ist es am Mittwoch zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Der Co-Pilot versuchte offenbar, den Piloten durch einen Messerangriff außer Gefecht zu setzen und die Maschine mit 174 Passagieren an Bord unter seine Kontrolle zu bringen. Kapitän und Passagiere leisteten Widerstand und ermöglichten eine Notlandung in Saudi-Arabien. Kommentatoren suchen nach Erklärungen. | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Die Gefahr der einsamen WölfeLa Repubblica befasst sich mit dem mutmaßlichen Attentäter:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Wir könnten alle das Steuer übernehmen müssenDie Anthropologin Alexandra Archipowa sieht auf Facebook in dem Geschehen eine Metapher für unser aller Lebenslage:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Israelische Fluggesellschaft als Vorbild?Die versuchte Entführung wäre mit der israelischen Linie El Al nicht möglich gewesen, weil Israel aus Erfahrungen mit Flugzeugentführungen gelernt habe, meint Polityka:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Neuer AntisemitismusDer Vorfall ist zwar extrem, aber kein Einzelfall, betont das Webportal Liberal:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Sonntag, 27. September 2026
Nischengesellschaft
Günter Gaus, der ständige Vertreter der BRD Westdeutschlands in Berlin von 1974 - 1981, prägte diesen Ausdruck, um den Widerspruch zwischen der vermuteteten "Ablehnung der DDR durch ihre Bevölkerung und der relativen Zufriedenheit, mit der ein großer Teil diese Bevölkerung in der DDR lebte", (Wikipedia), zu erklären.
Zu erklären wäre der Rückzug in die private Nische in einer Situation, in der in den 1980er Jahren nach dem Mauerbau von 1961 die Hoffnung auf eine Veränderung weitgehend resigniert war und die DDR-Regierung die Konkurrenz der westdeutschen Ökonomie und Lebensweise als weniger bedrohlich empfand.
Mittwoch, 16. September 2026
Angela Davis und der Einsatz von Gefangenen als Arbeiter in der Industrie
Hinweis: Bis auf das Link auf das Video
Die US-amerikanische Aktivistin und Philosophin Angela Davis analysiert in ihrem Werk, insbesondere in „Are Prisons Obsolete?“ (2003), das Gefängnissystem als einen wesentlichen Bestandteil des sogenannten „Prison-Industrial Complex“ (Gefängnis-industrieller Komplex). Ihre Kritik an der Nutzung von Gefangenen als Arbeitskräfte ist dabei tief in einer historischen und antikapitalistischen Analyse verwurzelt.
Hier sind die zentralen Punkte ihrer Argumentation:
1. Kontinuität zur Sklaverei
Davis zieht eine direkte historische Linie von der Institution der Sklaverei zum modernen Strafvollzug. Sie argumentiert, dass das „Convict-Lease-System“ (ein System der Verpachtung von Sträflingen zur Zwangsarbeit), das sich nach dem amerikanischen Bürgerkrieg im Süden der USA entwickelte, eine direkte Fortsetzung der Sklaverei war.
Funktion: Es diente dazu, die Kontrolle über ehemals versklavte Menschen zu behalten, indem man sie unter dem Vorwand von Straftaten erneut in ein System erzwungener Arbeit brachte, das für die Industrialisierung des Südens (z. B. im Bergbau oder beim Eisenbahnbau) genutzt wurde.
2. Der „Prison-Industrial Complex“
Davis verwendet diesen Begriff analog zum „militärisch-industriellen Komplex“, um die enge, strukturelle Verflechtung von wirtschaftlichen Interessen, politischen Institutionen und dem Strafvollzug zu beschreiben.
Kapitalverwertung: Gefängnisse sind für sie Orte, an denen Kapital durch billige oder unbezahlte Arbeitskraft generiert wird. Unternehmen profitieren von der Gefangenenarbeit, weil sie keine Sozialleistungen zahlen müssen, die Arbeitskräfte unter strenger Aufsicht stehen und die „Lohnkosten“ extrem niedrig sind.
Ökonomische Anreize: Sie zeigt auf, wie der Strafvollzug privatisiert wird (z. B. durch Konzerne wie die Corrections Corporation of America) [ausführlicher im englischsprachigen Artikel], was ein ökonomisches Interesse am Wachstum der Gefangenenbevölkerung schafft. Es entsteht ein System, das von Masseninhaftierung profitiert und diese strukturell begünstigt.
3. Rassismus und soziale Kontrolle
Davis betont, dass das System der Gefängnisarbeit nicht neutral ist.
Kriminalisierung: Die Kriminalisierung von Armut und die rassistische Selektion bei Verhaftungen führen dazu, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen (insbesondere People of Color) überproportional stark in diesen Arbeitsverhältnissen landen.
Unsichtbarkeit: Gefängnisse fungieren als soziale „Deponie“ für Probleme wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit oder psychische Erkrankungen, die der Staat nicht lösen möchte. Anstatt in soziale Infrastruktur zu investieren, werden diese Menschen in das System des „Prison-Industrial Complex“ verlagert, wo sie ökonomisch verwertet werden, anstatt gesellschaftlich integriert zu sein.
Fazit
Für Angela Davis ist der Einsatz von Gefangenen als Arbeiter in der Industrie kein isoliertes Problem, sondern ein symptomatisches Element eines Systems, das staatliche Gewalt, kapitalistische Profitinteressen und systemische Unterdrückung untrennbar miteinander verbindet. Eine Lösung kann aus ihrer Sicht nur durch die Überwindung des Gefängnissystems insgesamt (Abolitionismus) erreicht werden.
Um die Zusammenhänge zwischen historischer Zwangsarbeit und dem modernen Gefängnissystem besser zu verstehen, ist ein Blick auf die Ursprünge der Masseninhaftierung hilfreich:
Dieses Video bietet ein tiefgehendes Gespräch über Angela Davis' Analyse des Gefängnis-industriellen Komplexes und wie dieser historische Kontinuitäten zur Sklaverei und zur Ausbeutung von Arbeitskraft aufrechterhält.
sieh auch:
Bericht eines Journalisten, der über eine Bewerbung als Gefängnisaufseher Informationen über ein privates Gefängnis von CoreCivic Inc. gesammelt hat: https://www.motherjones.com/politics/2016/06/cca-private-prisons-corrections-corporation-inmates-investigation-bauer/
Montag, 14. September 2026
euro|topics: Braucht KI eine Entschleunigung?
Führende Tech-Unternehmer aus den USA haben sich dafür ausgesprochen, die Entwicklung von KI zu bremsen. Anthropic-Chef Dario Amodei schrieb in einem Blog-Beitrag, dass die Branche mehr Zeit brauche, um mit der Risikoprävention hinterherzukommen. Sonst könnte KI in sechs bis zwölf Monaten außer Kontrolle geraten. Zustimmung bekam Amodei von Elon Musk, Open-AI-Chef Sam Altman und Google. | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Internationale Steuerung ist nötigDie Zeit für eine Regulierung läuft aus, betont Der Standard:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Zweifel von Big Tech nicht glaubwürdigWirklich ändern will leider keiner etwas, stellt Tech-Journalist Federico Ferrazza in La Repubblica fest:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Entwicklung erinnert an atomares WettrüstenPolitologin Astrid Barrio zieht in El Periódico de Catalunya Parallelen:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Kontrolle wird zur IllusionBesonders im militärischen Bereich birgt der Einsatz von KI Risiken, warnt The Guardian:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Auch mal den gesunden Menschenverstand einsetzenBei vielen Problemen ist zunächst menschliche Logik gefragt, findet L’Humanité:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Bei der Parlamentswahl in Schweden hat die von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) mitgetragene bürgerliche Koalition von Regierungschef Ulf Kristersson möglicherweise ihre Mehrheit verloren. Die Sozialdemokraten wurden stärkste Kraft und könnten mit einem Mitte-links-Bündnis einen knappen Vorsprung erreichen. Die SD büßten Stimmen ein. Das endgültige amtliche Wahlergebnis liegt jedoch voraussichtlich erst Mittwoch vor. | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Gemeinsam in die VerantwortungDagens Nyheter wünscht sich Druck auf den konservativen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson, damit dieser auf die Vorsitzende der Sozialdemokraten zugeht:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Sieg für die breite politische MitteIm Stimmenverlust für die Schwedendemokraten (SD) sieht Sydsvenskan ein Signal:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
Mit Sozial-Themen gepunktetLetztendlich war es eine Entscheidung für das schwedische Modell, urteilt La Stampa:
| |||||||||||||||||||
| Teilen auf | ||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||