Freitag, 17. April 2026

Abgeordnetengehälter im Vergleich

 Eine Kurzantwort ohne Erläuterung bringt nichts. Daher eine KI:

"Es gibt für nordkoreanische Abgeordnete der Obersten Volksversammlung (SPA) kein offizielles Gehalt in US-Dollar. Tatsächlich ist das Amt des Abgeordneten in Nordkorea nominell ein Ehrenamt, was bedeutet, dass die Delegierten für ihre parlamentarische Tätigkeit in der Regel keine separate „Diät“ erhalten, wie man sie aus westlichen Systemen kennt.

Hier ist die Realität der Bezahlung und Privilegien aufgeschlüsselt:

1. Das offizielle Einkommen
  • Abgeordnete behalten während ihrer Amtszeit ihren regulären Beruf (z. B. als Fabrikleiter, Militäroffizier oder lokale Parteifunktionäre) bei und beziehen weiterhin das Gehalt aus dieser Tätigkeit.
  • Durchschnittsgehalt: Ein reguläres staatliches Gehalt in Nordkorea liegt offiziell oft bei etwa 3.000 bis 5.000 nordkoreanischen Won.
  • Umrechnung: Zum offiziellen Wechselkurs wären das einige Dollar, zum realen Schwarzmarktkurs (der für den Alltag entscheidend ist) entspricht dies oft weniger als 1 bis 2 USD pro Monat.
2. Privilegien statt Bargeld
  • Die wahre „Bezahlung“ eines Abgeordneten erfolgt in einem sozialistischen System wie dem Nordkoreas nicht durch Devisen, sondern durch Status und Sachleistungen:
  • Zusatzrationen: Zugang zu hochwertigeren Lebensmitteln, Treibstoff und Konsumgütern, die dem Rest der Bevölkerung verwehrt bleiben.
  • Mobilität: Abgeordnete erhalten oft Reiseerlaubnisse (Inland) und teilweise Dienstwagen oder Zugang zu speziellen Transportmitteln für die Sitzungen in Pjöngjang.
  • Wohnraum: Bevorzugte Zuweisung von Wohnungen in besseren Vierteln oder in der Hauptstadt.
  • Straffreiheit/Einfluss: Das rote Abzeichen eines Abgeordneten schützt vor Schikane durch die niedere Polizei und ermöglicht es, durch „Gefälligkeiten“ im lokalen Netzwerk (Gwan-si) indirekt zu Wohlstand zu kommen.
3. Warum keine Dollar?

Die Verwendung von US-Dollar ist für normale Bürger streng reguliert. Nur Elite-Funktionäre, die im Außenhandel oder für spezielle Staatsabteilungen (z. B. Büro 39) arbeiten, kommen direkt mit Devisen in Kontakt. Ein einfacher Abgeordneter aus der Provinz sieht im Rahmen seines Mandats normalerweise kein ausländisches Bargeld.

Zusammenfassend: Ein nordkoreanischer Abgeordneter verdient durch sein Amt 0 USD zusätzlich. Sein Lebensstandard ist jedoch durch staatliche Privilegien und sein eigentliches Machtgefüge deutlich höher als der des Durchschnittsbürgers.

Die Bezahlung eines nationalen Abgeordneten (am Beispiel des deutschen Bundestages) liegt aktuell bei ca. 13.926 USD pro Monat.

Da sich "nationale Abgeordnete" je nach Land unterscheiden, finden Sie hier die Aufschlüsselung für Deutschland (Stand April 2026) basierend auf den aktuellen Entschädigungen und Wechselkursen:

Finanzielle Aufstellung (Deutschland)

PostenBetrag in Euro (€)Betrag in US-Dollar ($)Monatliche Abgeordnetenentschädigung (Diäten)11.833,47 €~13.926 $Geplante Erhöhung zum 01.07.202612.330,48 €~14.510 $

Hinweis zum Wechselkurs: Für die Umrechnung wurde der aktuelle Kurs vom 17. April 2026 von 1,1768 USD pro EUR verwendet.
Wichtige Details zur Bezahlung
  • Steuerpflicht: Die oben genannten Diäten sind voll steuerpflichtig. Es gibt keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
  • Kostenpauschale: Zusätzlich erhalten Abgeordnete eine steuerfreie Aufwandspauschale für amtsbedingte Ausgaben (z. B. Wahlkreisbüro, Zweitwohnsitz in Berlin). Diese liegt derzeit bei etwa 5.000 € (~5.884 $) pro Monat.
  • Amtsausstattung: Sachleistungen wie ein eingerichtetes Büro im Bundestag sowie die freie Nutzung der Deutschen Bahn (Netzkarte) kommen hinzu.
Internationaler Vergleich (ca.-Werte monatlich)

Zum besseren Verständnis der Größenordnung hier die Basisgehälter anderer nationaler Parlamente (in USD):

  • USA (Congress): ca. 14.500 $(fixer Satz von 174.000$ pro Jahr).
  • Großbritannien (House of Commons): ca. 9.500 – 10.000 $ (je nach Pfund-Kurs).
  • Schweiz (Nationalrat): Die Bezahlung ist hier komplexer, da es ein Milizsystem ist, liegt aber inklusive Spesen oft im Bereich von 10.000 – 12.000 $.

An sich hat heute fast jeder KI-Zugang, und das Wichtige ist, dass aufgutefrage.net Menschen antworten.

Da die Frage: "Wie viel verdienen koreanische Parlamentsabgeordnete im Vergleich zu Bundestagsabgeordneten in Deutschland?" aber durchaus interessant erscheint, habe ich uns eine Antwort einer KI gegönnt.

Dazu meine Interpretation: Natürlich verdienen Durchschnittsbürger in Deutschland in Dollar weit mehr als nordkoreanische. Dass die nordkoreanischen nicht mehr als den Durchschnittslohn bekommen, ist interessant. Dass die deutschen weit mehr bekommen (allerdings nicht unbedingt im Vergleich zu ihrer Qualifikation) hängt freilich damit zusammen, dass sie als Abgeordnete nicht nur Kontrollaufgaben, sondern auch internationale Verbindungen wahrzunehmen haben.

Die deutschen Bundestagsabgeordneten verdienen so viel, damit sie ihre Aufgaben wahrnehmen und unbestechlich sein können.

Die koreanischen verdienen wenig, aber werden durch Staatsleistungen bestochen, regimetreu zu sein.

Ein Problem: Langgediente deutsche Abgeordnete verlieren ihre Berufsqualifikation für den Herkunftsberuf. Ein Mathematiklehrer, der Kultusminister geworden war, sagte: In der Mathematik und in der Didaktik der Mathematik hat sich so viel getan, dass ich kein guter Mathematiklehrer mehr sein könnte.

Deswegen ist die Gefahr, dass Abgeordnete, die auf das Rentenalter zugehen, versuchen werden, ihren Sitz zu erhalten und deshalb möglichst parteitreu zu sein. Nicht ideal für eine Demokratie. Aber harmlos gegenüber der Situation eines koreanischen Abgeordneten.

Dienstag, 14. April 2026

Ergänzende Informationen zu den Folgen des Regierungswechsels in Ungarn

 Die Morgenpost der Krautreporter berichtet am 14.4.26 dazu Folgendes:

"Die Wahl hat seine Tisza-Partei deutlich gewonnen, nun bereitet sich Péter Magyar auf den Machtwechsel in Ungarn vor. Gestern kündigte er an, eine Verfassungsänderung ins Auge zu fassen: Künftig soll die Amtszeit des Ministerpräsidenten auf zwei Wahlperioden begrenzt werden. Damit zielt er insbesondere auf die lange Machtstrecke seines autoritär regierenden Vorgängers Viktor Orbán, der insgesamt 16 Jahre im Amt war. „Er hatte die große Chance, im nationalen Interesse Großes zu leisten, damit Ungarn ein aufstrebendes europäisches Land wird“, zitiert t-online den künftigen Ministerpräsidenten. „Er hat diese Chance nicht genutzt, sondern missbraucht.“

Am Sonntag hatte die Tisza-Partei die Parlamentswahl in einem Erdrutschsieg gegen Orbáns Fidesz gewonnen: 93 der insgesamt 106 ungarischen Wahlkreise gingen an Tisza-Kandidat:innen. Das RND fasst drei Erkenntnisse aus der Wahl zusammen. Die taz wirft außerdem einen Blick nach Brüssel und ins EU-Parlament, wo Magyars Wahlsieg bei vielen für Erleichterung sorgt. Gleichzeitig habe sich in den vergangenen 16 Jahren unter Orbán einiges angestaut, heißt es – neben Korruption und Vetternwirtschaft im eigenen Land nämlich „jede Menge Altlasten in der Europapolitik“. Die EU-Spitze würde diese nun gerne möglichst schnell aus dem Weg räumen. Was der Wahlsieg von Magyar für Europa bedeutet erklärt auch der Deutschlandfunk etwas ausführlicher."

Montag, 13. April 2026

euro|topics: Was bedeutet Magyars Wahlsieg in Ungarn?



Péter Magyar hat die Parlamentswahl in Ungarn deutlich gewonnen: Seine bürgerliche und pro-europäische Partei Tisza gewann 138 von 199 Mandaten. Sie kann nun mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit unangefochten regieren. Premierminister Viktor Orbán, der Ungarn seit 2010 zunehmend autoritär geführt hatte, gestand die Niederlage seiner rechtspopulistischen Partei Fidesz ein. Die Wahlbeteiligung lag bei ungewöhnlich hohen 79,5 Prozent.

Dagens Nyheter (SE)

Neue Hoffnung für Europa

Dagens Nyheter ist optimistisch:

„Für Europa ist die Bedeutung der Ergebnisse vom Sonntag nicht hoch genug einzuschätzen. Orbáns Angriff auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie war auch ein Angriff auf die Grundfesten der EU. ... Es braucht Zeit, einen geschwächten Rechtsstaat wiederherzustellen und eine freie Medienlandschaft zu schaffen. Und es gibt durchaus Fragezeichen bezüglich Péter Magyar, der seine Wurzeln in der Fidesz-Partei hat. Er ist vielleicht nicht Donald Tusk – der seit seiner Wahl zum polnischen Ministerpräsidenten das Land von einem Verbündeten Budapests zu einer treibenden Kraft der EU-Kooperation gemacht hat. Doch vor allem ist er nicht Viktor Orbán. Das Wahlergebnis vom Sonntag ist von großer Bedeutung. Die Ungarn haben Europa neue Hoffnung gegeben.“

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Mykola Knjaschyzkyj (UA)

Moskau scheitert in Budapest

Russland verliert nun seinen treuesten Verbündeten in der EU, stellt der ukrainische Parlamentsabgeordnete Mykola Knjaschyzkyj auf Facebook fest:

„Die Regierung Orbán glaubte, mithilfe russischer Polittechnologen im eigenen Land eine Art 'kleines Russland' aufbauen zu können – und ist damit, wenig überraschend, gescheitert. Faktisch hat Russland in Ungarn verloren: Es wird künftig nicht mehr in der Lage sein, seinen Oligarchen Plätze auf Listen zur Befreiung von Sanktionen zu verschaffen, Politiker mit Ölrabatten zu kaufen oder sensible Informationen aus vertraulichen Quellen zu erhalten.“

Mykola Knjaschyzkyj
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La Stampa (IT)

EU kann sich nicht mehr verstecken

La Stampa mahnt:

„Das größte Risiko für die EU bestünde heute darin, zu glauben, die Gefahr sei gebannt und die reaktionäre Welle abgeebbt. ... Zweifellos wird es ohne Moskaus trojanisches Pferd in Brüssel einfacher sein, das 20. Sanktionspaket gegen Russland zu verabschieden und den 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine freizugeben. Weitere Schritte hin zu einer strategischen Autonomie der EU bleiben jedoch unerlässlich. Seit gestern Abend können sich die europäischen Staats- und Regierungschefs nicht länger hinter dem ungarischen Veto verstecken, um ihre Untätigkeit zu rechtfertigen.“

Eric Jozsef
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Kurier (AT)

Hochgradig lebendige Demokratie

Der Kurier betont die Bedeutung der kritischen Öffentlichkeit, die sich nicht mundtot machen ließ:

„[Es ist] Orbán in seinen 16 Jahren an der Macht nicht gelungen, der unabhängigen Presse und der Zivilcourage komplett die Luft abzudrehen. Das hat gerade der Wahlkampf gezeigt. ... Ungarns kritische Medien haben unter den widrigsten Umständen ihre Unbeugsamkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein bewiesen. ... Orbán hat die kritische Öffentlichkeit nicht zum Schweigen gebracht, im Gegenteil. Sie ist so stark, dass selbst Magyar nur widerwillig mit der unabhängigen Presse spricht. Ungarns Demokratie war selten so lebendig wie heute.“

Caroline Ferstl
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hvg (HU)

Versuchung der Macht ist groß

Der deutliche Wahlsieg birgt auch Risiken, meint hvg:

„Péter Magyar kann mit einer größeren Fraktion im Rücken regieren, als Orbán sie je zusammenbrachte. Sein Mandat mit Zweidrittelmehrheit ermöglicht einen Systemwechsel ohne jegliche Einschränkungen. ... Wird Péter Magyar der Versuchung der Macht widerstehen können? Das hat er am Sonntagabend versprochen, im Rausch des Erfolgs. Aber wird es ihm gelingen, Kontrollen und Gegengewichte zu schaffen und aufrechtzuerhalten, die seine Handlungsfähigkeit auch dann einschränken, wenn das Regieren schwierig wird? Die sich wandelnde Weltordnung wird das nächste Kabinett vor beispiellose Herausforderungen stellen, ganz zu schweigen von der ausgeplünderten Staatskasse, dem unhaltbaren sozialen Klientelsystem und den unerfüllbaren Erwartungen.“

Márton Gergely
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Respekt (CZ)

Jetzt wird es ungemütlich für Babiš und Fico

Ungarns Wahlergebnis ist eine unangenehme Botschaft für Orbáns in der Nachbarschaft regierende Gesinnungsgenossen, konstatiert Respekt:

„Die Gegner autoritärer Tendenzen in West- und Mitteleuropa haben neuen Auftrieb erhalten. Magyar ist kein Heilsbringer, auch er wird sich in vielen Fragen zweifellos von Westeuropa unterscheiden. Aber er hat etwas scheinbar Unmögliches geschafft – den autoritären Viktor Orbán besiegt. Diese Botschaft verbreitet sich nun lautstark und weit über Europa. Sie ist für diejenigen, die auf die Vergangenheit gesetzt haben, nicht zu ignorieren: In der tschechischen Regierung bekommen viele Leute tiefe Sorgenfalten. Und in der benachbarten Slowakei dürfte in Regierungskreisen regelrechte Panik ausgebrochen sein.“

Erik Tabery
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Was bedeutet Magyars Wahlsieg in Ungarn?