"Am letzten Tag vor der Sommerpause wurde mit dubiosen Tricksereien eine Ausnahmeregelung durchs Europaparlament geboxt, die es den US-Techgiganten erlaubt, den Inhalt privater Nachrichten anlasslos zu scannen. Es geht angeblich um die Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch. Doch das ist nur vorgeschoben. Die Europäische Kommission arbeitet bereits an einer zweiten Ausbaustufe der sogenannten „Chatkontrolle“, mit der auch Verschlüsselungsmaßnahmen ausgehebelt werden und sämtliche private Onlinekommunikation lückenlos durchleuchtet werden soll. Das wäre das Ende des Briefgeheimnisses und der wohl schwerste Eingriff in die Grundrechte der Bürger in der Geschichte der Europäischen Union. [...]" (Jens Berger) (https://www.nachdenkseiten.de/
Fonty
Samstag, 18. Juli 2026
Chatkontrolle
Freitag, 17. Juli 2026
Trump sät Zweifel an Wahlsicherheit
Studien wie diese zeigen schon länger ein schwindendes Vertrauen der US-Bevölkerung in den demokratischen Prozess. Wenige Monate vor den Zwischenwahlen in den USA (mehr Infos dazu bei der Zeit) hat Präsident Donald Trump nun erneut zahlreiche Behauptungen über eine angebliche Bedrohung der Wahlsicherheit aufgestellt. In einer eigens dafür anberaumten Ansprache an die Bevölkerung erklärte der Republikaner, die US-Wahlmaschinen und Stimmauszählungssysteme seien „anfällig für Hacking, Manipulation und Korruption“. Dabei wiederholte er auch die längst widerlegte Behauptung, ihm sei der Wahlsieg 2020 „gestohlen” worden, und sprach von einer angeblichen ausländischen Einmischung in US-Wahlen.
Das RND erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass dem Präsidenten bereits am 7. Januar 2021 eine Einschätzung der US-Geheimdienste vorlag, wonach kein ausländischer Staat versucht hatte, Wahlergebnisse zu verändern oder gefälschte Stimmzettel einzusetzen. Auch die Dokumente, die das Weiße Haus parallel zur Rede auf einer eigens eingerichteten Webseite zur Wahlsicherheit veröffentlichte, stützten die Behauptungen des Präsidenten laut Recherchen der New York Times nicht. Schon im Vorfeld der Rede mahnte t-online, dass es nun wichtiger denn je sei, „zwischen Trumps politischer Inszenierung, der Glaubhaftigkeit neuer Informationen und tatsächlich belegbaren Fakten sauber zu unterscheiden“. (Luzia von Krautreporter)
Dienstag, 14. Juli 2026
euro|topics: Iran-Krieg: Wohin führen die neuen Angriffe?
Die USA haben erneut militärische Ziele im Iran angegriffen. Damit solle die Fähigkeit Teherans, Handelsschiffe in der Meerenge von Hormus zu attackieren, geschwächt werden, teilte das US-Regionalkommando mit. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf US-Basen in der Golfregion. Kommentatoren beleuchten mögliche Strategien und ihre Risiken. | |||||||||||||||||||
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Mitunter hilft nur militärischer DruckMit diplomatischen Mitteln allein sind solche Konflikte nicht beizulegen, meint der Tagesspiegel:
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Teheran hat ehrgeizige ZieleLa Repubblica sieht ein taktisches Vorgehen des Iran:
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Fehlkalkulation möglichMomentan gelingt es Iran noch, mit asymmetrischer Kriegsführung regionale Konflikte zu schüren, analysiert Jutarnji list:
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Beide Seiten brauchen eine EinigungMladá fronta dnes beleuchtet den Bedarf an einer friedlichen Lösung bei beiden Parteien:
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So finanziert die Welt die MullahsDie Salzburger Nachrichten ärgern sich über Trump:
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Montag, 13. Juli 2026
Warum gelingt es nicht, die Superreichen angemessen zu besteuern?
Ich weiß es nicht; aber ich habe eine starke Vermutung:
Die Reichen haben eine stärkere Lobby als zur Zeit des Lastenausgleichsgesetzes:
Musk (der erste Dollar-Billionär der Geschichte), hat Twitter, ein wichtiges soziales Netzwerk privatisiert und versucht jetzt sogar die Wikipedia, die von Millionen Ehrenamtlichen aufgebaut wurde und betrieben wird, mithilfe von KI (die praktisch durchweg von Multimilliardären entwickelt wird) auszuschalten.
Millionen Wikipedianer sind sich einig, dass sie KI aus der Wikipedia aussperren wollen; aber die KI-Entwickler haben längst die Arbeitsleistung von rund 26 Jahren Wikipedia-Arbeit kostenlos in ihre Maschinen eingespeist und werden sie weiter für sich nutzen, weil es keine internationale Institution gibt, die die Wikipedia davor schützt.
Dasselbe gilt für die gesamte Kommunikation im Internet.
Thomas Piketty hat schon 2013 - lange vor dem kometenhaften Aufstieg von ChatGPT und den anderen LLMs - vor der Macht der Superreichen gewarnt und Maßnahmen dagegen empfohlen. Und viele haben ihn in seiner Argumentation unterstützt. Aber natürlich war die Lobby der Reichen stärker.
Natürlich sehen Politiker der verschiedensten Richtungen das auch längst als gefährlich an; aber es bedürfte einer weltweiten Erholung der Demokratien, um diese Entwicklung zu stoppen. Gegenwärtig sieht es eher danach aus, dass Demokratie im Kampf gegen Multimilliardäre immer weiter zurückfällt.
Aber Zukunft bleibt immer offen.
Freitag, 10. Juli 2026
Merz kündigt überraschend den Kauf von US-Marschflugkörpern des Typs „Tomahawk“ an
"[...] Der Kauf und die Stationierung der Waffen in Deutschland stellen für die Bundeswehr eine der wichtigsten Weichenstellungen seit der Zeitenwende dar, die Merz’ Vorgänger Olaf Scholz (SPD) 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine verkündet hatte.
Deutschland kann mit der Anschaffung eine massive Sicherheitslücke schließen, die von Experten seit Jahren beklagt wird. So hat Russland nach westlichen Erkenntnissen Raketen, auch mit atomarer Bewaffnung, in der Exklave Kaliningrad stationiert, etwa 500 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt. Mit einer Reichweite von 2550 Kilometern wären Tomahawk-Marschflugkörper geeignet, solche und weiter im russischen Hinterland liegende Ziele zu treffen. Die Tomahawks gelten als so begehrtes wie knappes Gut. Auch aus strategischen Gründen sind die USA mit der Weitergabe bisher äußerst zurückhaltend. [...]
Merz wandte sich insbesondere an „Bürgerinnen und Bürger, die Zweifel haben, ob denn diese Ausgaben für unsere Verteidigung richtig sind oder nicht vielleicht besser dort ausgegeben würden, wo es um Zusammenhalt, soziale Sicherung, soziale Sicherungssysteme geht“. Die steigenden Verteidigungsausgaben bei gleichzeitigen sozialen Kürzungen dürften vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September eine zentrale Rolle spielen. „Das beste soziale Sicherungssystem nützt nichts, wenn wir nicht in Freiheit und in Frieden leben, und deswegen hat für mich und uns in dieser Koalition Priorität, Freiheit und Frieden zu sichern in Europa“, sagte Merz.
In seiner letzten Regierungserklärung vor der Sommerpause warb der Kanzler für die von der Koalition vereinbarten Reformvorhaben in den Bereichen Rente, Steuern und Gesundheit. „Die Mitte liefert, sie arbeitet und sie erfüllt vor allem den Auftrag aus unserem Grundgesetz“, sagte er."
Donnerstag, 9. Juli 2026
Nato-Gipfel in Ankara beendet
Im türkischen Ankara ist gestern der Nato-Gipfel zu Ende gegangen. „Die Nato liefert“, erklärte Generalsekretär Mark Rutte und auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gab sich zufrieden: „Die Trittbrettfahrerei der Europäer ist vorbei“, zitiert ihn der Tagesspiegel – man übernehme innerhalb des Verteidigungsbündnisses mehr Verantwortung und löse sich „von einseitigen Abhängigkeiten“. Gemeint sind natürlich die USA unter Präsident Donald Trump, der gewohnt konfrontativ in den Gipfel gestartet war und unter anderem damit drohte, die Handelsbeziehungen mit Spanien wegen fehlender Unterstützung im Irankrieg zu beenden. In der Zwischenzeit startete das US-Militär weitere Angriffe auf den Iran – die Feuerpause mit Teheran erklärte der US-Präsident für beendet. „Jetzt trifft Trump der Iran-Boomerang“, kommentiert das t-online.
Gegen Ende des Nato-Treffens änderte der Republikaner dann seine Rhetorik. „In diesem Raum gab es eine enorme Liebe“, ließ er verlauten. Der Ukraine stellte er die Lizenz zum Bau von Patriot-Abwehrraketen in Aussicht. In der Abschlusserklärung einigten sich die Bündnispartner auch darauf, Kiew dieses und kommendes Jahr mit Militärhilfen in Höhe von jeweils 70 Milliarden Euro zu unterstützen. Das Geld kommt vor allem aus der Europäischen Union.
Unterm Strich attestiert die Tagesschau den Gipfel-Teilnehmer:innen „ein bemerkenswertes Ergebnis“ – es sei trotz Trumps Provokationen gelungen, ein Signal der Geschlossenheit zu senden. ZDFheute lobt die Einigkeit in Sachen Ukraine, zweifelt aber daran, dass das Bündnis tatsächlich so geschlossen dasteht. Und die taz fragt spitz, ob Rutte sich während des Treffens in einer Parallelwelt befunden habe: Der Nato-Generalsekretär verschließe die Augen vor den Fragen, die den Gipfel bestimmt hätten – während Trump seine Verachtung über das Bündnis laut kundtue gebe es keinen „Plan darüber, wie man den schwierigen aber machtvollen Teilnehmer aus den USA irgendwie innerhalb der Nato einhegen kann“.
Dienstag, 7. Juli 2026
euro|topics: Nato-Gipfel in Ankara: Sortiert sich das Bündnis neu?
Mit Spannung schaut die europäische Presse auf den am heutigen Dienstag in Ankara beginnenden Nato-Gipfel. Dabei richten sich die Blicke nicht nur auf die USA, die einen Teil ihrer in Europa stationierten Truppen und Waffen abziehen. Es stellt sich auch die Frage, wer in einer künftig europäischer aufgestellten Nato eigentlich eine Führungsrolle übernehmen soll. | |||||||||||||||||||
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Europas gute Absichten reichen nichtEuropa muss seinen verteidigungspolitischen Ankündigungen endlich Taten folgen lassen, fordert Le Soir:
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Nicht nur die USA sind das ProblemHelsingin Sanomat sorgt sich um die Einigkeit der europäischen Nato:
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Deutschland als neues ZentrumDie alte Nato ist doch schon längst tot, bemerkt die Süddeutsche Zeitung:
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Erdoğan kann seine Macht demonstrierenDer türkische Präsident kann nach Innen und Außen den starken Mann geben, analysiert SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck:
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Vorsicht vor der TürkeiPhileleftheros warnt:
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Tschechien tut zu wenigTschechien wird sich in Ankara dem Vorwurf stellen müssen, seine Verpflichtungen in der Nato zu vernachlässigen, fürchtet Reflex:
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