"[...] Miosga hakt ein: "Trump hätte gerne jetzt schon Ihre Hilfe." Merz erzählt daraufhin von einer direkten Kritik, die er Trump am Telefon mitgeteilt habe. "Wenn du willst, dass wir dir bei einem solchen Konflikt helfen, dann ruf uns vorher an und frag uns." Dann hätte man eine Form der Hilfe "im Detail" besprechen können. Der Kanzler möchte nicht übergangen werden, es geht ihm um gemeinsame Absprachen, wie etwa nach dem 11. September 2001, als man in gemeinsamer Absprache "mit Amerika in den Krieg gezogen" sei, gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida in Afghanistan. Auch wenn Deutschland diesmal keinen Krieg führen und keine Soldaten entsenden will.
Merz spricht von einer "schwierigen Lage", aus der er hofft "herauszukommen". Immer wieder erwähnt er, wie viel ihm das transatlantische Verhältnis wert ist. Ein wenig Appeasement-Politik. "Ich muss akzeptieren, dass der amerikanische Präsident zu diesen Themen eine andere Meinung hat. Aber das ändert nichts daran, dass meine Überzeugung bleibt: Die Amerikaner sind für uns die wichtigsten Partner im Nordatlantischen Bündnis." Außerdem gebe es in Washington auch Gesprächspartner, die die Sorgen der Europäer verstehen und die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges erkennen.
Als Talkmasterin Miosga wissen möchte, ob Merz die Iran-Sätze aus dem Sauerland trotz des daraus folgenden diplomatischen Störfeuers noch einmal sagen würde, trinkt der Kanzler erst einmal einen großen Schluck Wasser. Zeit gewinnen. Dann holt er tief Luft. Er stottert leicht, was selten bei ihm der Fall ist.
"Wir haben eine unterschiedliche Betrachtung dieses Krieges", sagt Merz. "Das ist auch kein Geheimnis. Wir haben ein gemeinsames Ziel und das lautet: Der Iran darf nicht in den Besitz der Atombombe kommen." [...]" (ntv 3.5.26)