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Donnerstag, 1. Oktober 2026

euro|topics: Flydubai-Flug: Kampf im Cockpit erzwingt Notlandung

 

Bei einem Flug der Linie Flydubai von Dubai nach Tel Aviv ist es am Mittwoch zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Der Co-Pilot versuchte offenbar, den Piloten durch einen Messerangriff außer Gefecht zu setzen und die Maschine mit 174 Passagieren an Bord unter seine Kontrolle zu bringen. Kapitän und Passagiere leisteten Widerstand und ermöglichten eine Notlandung in Saudi-Arabien. Kommentatoren suchen nach Erklärungen.

La Repubblica (IT)

Die Gefahr der einsamen Wölfe

La Repubblica befasst sich mit dem mutmaßlichen Attentäter:

„In allen Berichten wird er als omanischer Staatsbürger bezeichnet. Seine Staatsangehörigkeit hat bei Analysten für Überraschung gesorgt, da es in diesem Land keine fundamentalistische Präsenz gibt: Es gab lediglich einen Anschlag im Jahr 2024, der dem IS zugeschrieben wurde. ... Aus Tel Aviv durchgesickerte Informationen schließen aus, dass er einer islamistischen Gruppierung angehörte. Wenn es sich um einen Dschihadisten handelt, dann stehen wir vor dem größten Albtraum der Terrorismusbekämpfung: dem 'einsamen Wolf', der seine Hinwendung zur Gewalt ohne konkrete Verbindungen zu Al-Qaida, dem Kalifat oder pro-iranischen Netzwerken entwickelt.“

Gianluca Di Feo
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Alexandra Arkhipova (RU)

Wir könnten alle das Steuer übernehmen müssen

Die Anthropologin Alexandra Archipowa sieht auf Facebook in dem Geschehen eine Metapher für unser aller Lebenslage:

„Das Flugzeug ging in den Sturzflug über, der Absturz begann. Doch die Passagiere, israelische Staatsbürger, stürmten gemeinsam – offenbar zusammen mit einem Steward – ins Cockpit und fesselten den Angreifer. Und das Flugzeug wurde dann von als Fluggästen mitreisenden Piloten sicher gelandet. ... Unser ganzes Leben ist wie ein Flugzeug, in dem wir als Passagiere fliegen, während sich im verschlossenen Cockpit ein heftiger Kampf abspielt. Und man kann nichts, absolut nichts dagegen tun – zumindest solange, wie Menschen wie Du selbst nicht eingreifen und andere, normale Piloten das Steuer übernehmen.“

Alexandra Archipowa
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Polityka (PL)

Israelische Fluggesellschaft als Vorbild?

Die versuchte Entführung wäre mit der israelischen Linie El Al nicht möglich gewesen, weil Israel aus Erfahrungen mit Flugzeugentführungen gelernt habe, meint Polityka:

„Die israelischen Behörden, darunter der Shin Bet und der Mossad, vermuten, dass es sich bei dem Vorfall um einen Terroranschlag gehandelt haben könnte. Der aus Oman stammende Pilot soll versucht haben, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen und es absichtlich zum Absturz zu bringen. ... Der Fall der israelischen Fluggesellschaft El Al ist ein ganz besonderer. ... Die Erfahrungen der 60er- und 70er-Jahre führten zu einer Änderung der Sicherheitsvorkehrungen der israelischen Behörden an Bord und auf Flughäfen. An jedem Flug von El Al nahmen verdeckte Agenten der Sicherheitsdienste teil, die für den Umgang mit Krisensituationen ausgebildet waren.“

Agnieszka Zagner
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Liberal (GR)

Neuer Antisemitismus

Der Vorfall ist zwar extrem, aber kein Einzelfall, betont das Webportal Liberal:

„Er ist Teil einer zunehmenden Aggressivität, die sich nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch im Westen manifestiert. Der neue Antisemitismus, der von den muslimischen Eliten geschürt und verbreitet wird, stützt sich nicht auf die alten rassistischen Merkmale. Er macht das gesamte Volk Israels sowie die Juden der Diaspora für die Handlungen der israelischen Regierung mitverantwortlich (wobei Kritik an dieser Regierung kein Antisemitismus ist). Dies zeigen die zahlenmäßig zunehmenden Angriffe auf Synagogen, jüdische Friedhöfe, Schulen, Restaurants, Kulturzentren, Touristengruppen, Graffiti an Wänden und anderes.“

Giannis Sideris
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Donnerstag, 13. August 2026

euro|topics: Gaza: Netanjahu weist Trumps Friedensplan zurück


Benjamin Netanjahu hat sich gegen einen Rückzug des israelischen Militärs aus dem Gazastreifen ausgesprochen. Den von den USA vorgeschlagenen 15-Punkte-Plan, der den Abzug der Soldaten bei gleichzeitiger Entwaffnung der Hamas vorsieht, lehne man ab. Europas Presse entwirft verschiedene Zukunftsszenarien.

Kronen Zeitung (AT)

Zweistaatenlösung bleibt ein Traum

Die Kronen Zeitung ist mit Blick auf eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern pessimistisch:

„Im Westen und speziell in der EU träumen trotzdem immer noch viele von der Zweistaatenlösung. Aber sie ist zu Ende. Sie ist tot. Vor allem, weil in der Region selbst niemand mehr daran glaubt. Spätestens seit dem Terrorüberfall der Hamas vom Oktober 2023 mit mehr als 1.200 ermordeten Juden kann sich nur noch eine verschwindende Minderheit der Israelis vorstellen, neben einem Palästinenserstaat zu leben. Aber auch die große Mehrheit der Palästinenser lehnt diese Lösung ab – weil sie das Existenzrecht Israels nicht akzeptiert. Es war einmal ein Traum.“

Christian Hauenstein
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La Vanguardia (ES)

Wahl könnte der Gamechanger werden

La Vanguardia hofft auf Gadi Eisenkot, den Herausforderer Netanjahus in der anstehenden israelischen Parlamentswahl:

„Gewinnt Eisenkot, könnte der 15-Punkte-Plan umgesetzt werden. Israel würde die Militäraktionen höchstwahrscheinlich gemäß der Waffenruhe vom vergangenen Oktober aussetzen und die palästinensischen Experten für die Überprüfung der Entwaffnung der Hamas in Sicherheit arbeiten lassen. Und der Friedensrat, das internationale Gremium, das den Übergang überwacht, hätte überzeugende Argumente für einen israelischen Rückzug, sobald die Hamas entwaffnet ist. Das israelische Volk wird am 27. Oktober wählen. Es liegt in seiner Macht, dafür zu sorgen, dass Netanjahu kein Hindernis mehr für den Frieden darstellt.“

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The Guardian (GB)

USA sollten mehr Druck machen

The Guardian hofft auf Machtworte aus Washington:

„Die verzweifelten Palästinenser können nur hoffen, dass die wachsende Frustration im Weißen Haus über Netanjahus endlose Kriege zu einem Wendepunkt führen wird. ... Wenn Trump sich dazu entschließen würde, hätte er die Macht, den israelischen Premier zu isolieren, dessen Hinhaltetaktik und Manöver zu beenden und einen Kurswechsel zu erzwingen. Die Bemühungen des 'Board of Peace', die israelische Regierung hinsichtlich des Überprüfungsprozesses für die Entwaffnung der Hamas zu beruhigen, deuten allerdings darauf hin, dass wir noch weit von diesem Punkt entfernt sind.“

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Avvenire (IT)

Washington wirkt hilflos

An Trumps Friedenspläne glaubt niemand mehr, fürchtet Avvenire:

„Die USA scheinen inzwischen machtlos zu sein, verstrickt in das labyrinthische Dickicht, zu dem der Nahe Osten heute geworden ist: Sie wissen nicht, wie sie aus dem sinnlosen Krieg herauskommen sollen, den sie gegen den Iran entfesselt haben, eingeklemmt zwischen der Unnachgiebigkeit der iranischen Unterhändler und ihren eigenen innenpolitischen Wahlterminen; es fällt ihnen schwer, die Gewalt der israelischen Ultrarechten einzudämmen, die sich ebenfalls mitten im Wahlkampf befinden; während auch die Beziehungen zu den regionalen Verbündeten – insbesondere zu den arabischen Golfmonarchien – zunehmend komplizierter werden.“

Riccardo Redaelli
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Politiken (DK)

Israel isoliert sich immer weiter

Politiken sieht im Handeln Israels einen weiteren Schritt ins Abseits:

„Israel hat sich und seinem ohnehin schon angeschlagenen internationalen Ansehen durch den exzessiven Einsatz von Gewalt im Gazastreifen und im übrigen Nahen Osten in den letzten zweieinhalb Jahren immensen Schaden zugefügt. Selbst in den USA reicht es vielen. Kürzlich stimmte fast die Hälfte der demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus dafür, jegliche amerikanische Unterstützung für Israel einzustellen, und selbst unter den Republikanern hat mehr als die Hälfte aller Wähler unter 50 Jahren eine negative Meinung zu Israel. ... Sollten Netanjahu und seine extremistischen Partner wiedergewählt werden, wird Israel weiter in die internationale Isolation getrieben.“

Marcus Rubin
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