Montag, 1. Juni 2026

AfD-Wähler aus der Sicht Dorothee Sölles (Politisches Nachtgebet)

 Wie Dorothee Sölle 1969 darüber gedacht hat, wie man mit Menschen umgehen sollte, die aus Auschwitz nichts gelernt haben.

Einladen  umzudenken, "mehr kann man doch nicht". 

Kardinal Frings verbot, dass ihre Veranstaltungen in Kirche St. Peter stattfanden.

"Der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Joachim Beckmann beglückwünschte den Kardinal, „daß er das Recht hat, so etwas in einer Kirche zu verbieten“. Er selber konnte nicht gegen die Erlaubnis des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Köln entscheiden. Zum ersten Gebet am 1. Oktober kamen über 1.000 Menschen. Katholische wie evangelische Kirchenleitung kritisierten die Theologie von Dorothee Sölle. Besonderer Stein des Anstoßes war ein Glaubensbekenntnis, das Dorothee Sölle im ersten Nachtgebet sprach. Beckmann sah darin „Irrlehren“. Außerdem kritisierte Beckmann, dass man bei den Nachtgebeten politische Informationen, die „nur ein Gesprächsthema“ seien, zu einem Gottesdienst deklariere.

Die politischen Nachtgebete enthielten neben politischen Informationen und Diskussion auch eine Predigt oder Meditation anhand eines biblischen Textes.     Sölle beschrieb die Struktur der Nachtgebete so: Bei den Nachtgebeten handelt es sich „um politische Information, um ihre Konfrontation mit biblischen Texten, eine kurze Ansprache, Aufrufe zur Aktion und schließlich die Diskussion mit der Gemeinde“. Für sie seien „Information, Meditation und Aktion die Grundelemente aller folgenden Nachtgebete geblieben“.[1]

Hinter dieser Struktur stand Sölles Überzeugung, dass theologisches Nachdenken ohne politische Konsequenzen immer einer Heuchelei gleichkomme und jeder theologische Satz auch ein politischer sein müsse.[2]

Themen der politischen Nachtgebete waren zum Beispiel die Militärdiktatur in Griechenland (Mai 1969), die wirtschaftliche Mitbestimmung (November 1970), der § 218 (Oktober 1971), die "Jesus People"-Bewegung (November 1971), die Baader-Meinhof-Gruppe (Juli 1972), die Bundestagswahl (September 1969 und November 1972), der Vietnamkrieg (Februar 1973) und der Putsch in Chile (Dezember 1973).

Seitdem sind an vielen verschiedenen Orten Gottesdienste gefeiert worden, die sich an die Idee des „Politischen Nachtgebets“ anlehnen. Auch die Abendgebete von Christentum & Gerechtigkeit sind „Politische Nachtgebete“. (Wikipedia)

Dorothee Sölle nach 21 Minuten im Interview mit Günter Gaus. Dann nach 26' 45''

33' 50''  37' 10  41'25''