Marc Bartuschka:
Autor:Dr. Marc Bartuschka ist Historiker und forscht und publiziert zur Geschichte Thüringens im 20. Jahrhundert mit dem Schwerpunkt NS. Seit 2021 ist er Referent in der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte.
Thüringen gehörte nicht zu den Hochburgen der geistigen Vorläufer der NSDAP. Doch bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hatten radikal rechte Kandidaten in einzelnen thüringischen Fürstentümern bei den Wahlen zum Deutschen Reichstag gut abgeschnitten. 1907 konnten sie die Mandate der Wahlkreise Weimar und Eisenach erringen. Rechtsradikal-völkische Überzeugungen und Antisemitismus waren damit noch kein Gedankengut einer Mehrheit, aber präsent. Repräsentativ dafür war etwa der 1910 in Weimar gegründete Deutschvölkische Schriftstellerverband. Der Schriftsteller Artur Dinter, ein zeitweilig einflussreicher Gedankengeber für die rassenideologischen Überzeugungen der Nationalsozialisten, ließ sich 1919 in der Ilmstadt nieder.


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