Abwälzen von Kosten und Verantwortung
Die Meerenge würde durch ein Aufgebot von Drittstaaten nicht wirklich sicher, aber
sie säßen mit Trump in einem Boot, so La Stampa:
„Ein militärischer Einsatz anderer Länder würde zwar den Druck auf die mit dem
Abfangen iranischer Raketen und Drohnen im Golf beschäftigte US-Marine
sicherlich verringern, doch die grundlegende Gleichung würde er nicht verändern:
Die Straße von Hormus bliebe faktisch geschlossen. Das ist der asymmetrische
Vorteil Irans, er ist zwar die schwächere Seite im Krieg, nicht aber zwangsläufig
der Verlierer. Warum also hat Trump die europäischen und asiatischen Länder um ein
Eingreifen gebeten? Ganz einfach: um sie in einen Konflikt hineinzuziehen, der sich in
die falsche Richtung entwickelt, und so Kosten, Ergebnisse und Verantwortung zu
teilen.“ (Originalartikel)
Brutalität verdrängt internationale Ordnung
TVNet kritisiert Trumps Verständnis von internationaler Politik:
„Nach Trumps Ansicht ist das Bündnis kein Prinzip gemeinsamer Sicherheit, sondern ein Instrument, um andere für die eigenen Abenteuer bezahlen zu lassen. Genau so sieht US-Politik aus: Verbündete werden erpresst und Aggressoren reingewaschen. Das ist widerlich und inakzeptabel, weil es Aggression normalisiert. Russland kann ein Nachbarland überfallen, Städte zerstören, Zivilisten töten, Kinder deportieren, mitten in Europa ein Blutbad anrichten und trotzdem wieder am Verhandlungstisch sitzen, weil jemand in Washington einen etwas niedrigeren Ölpreis braucht – so verliert die internationale Ordnung jeglichen Sinn. Dann gilt nur noch eine Regel: Wer brutal und nützlich genug ist, dem wird alles verziehen.“
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