Mittwoch, 29. April 2026

Mehdi Bazargan (1907–1995) war Gläubiger, Gelehrter und Widerstandskämpfer

Mehdi Bazargan, der erste Ministerpräsident nach der islamischen Revolution im Iran 1979

Eine verpasste Chance für eine Demokratie im Iran.

https://weltwoche.ch/story/der-mahatma-gandhi-persiens/


Mehdi Bazargan "Und Jesus ist sein Prophet. Der Koran und die Christen" 2006

KI Gemini: In dem Buch „Und Jesus ist sein Prophet“ setzt sich der iranische Gelehrte und ehemalige Premierminister Mehdi Bazargan mit der Rolle Jesu Christi im Islam auseinander.

Das Werk ist ein faszinierendes Zeugnis des interreligiösen Dialogs, geschrieben aus einer Perspektive, die sowohl tief im muslimischen Glauben verwurzelt als auch offen für die Weisheit anderer Traditionen ist.

Die Kernbotschaften des Buches

Bazargan analysiert die Darstellung Jesu (Isa) im Koran und hebt dabei folgende Punkte hervor:

  • Jesus als Gesandter Gottes: Im Islam gilt Jesus als einer der bedeutendsten Propheten (Ulul 'Azm), der das Evangelium (Indschil) brachte.

  • Die Wunder Christi: Der Koran bestätigt die jungfräuliche Geburt und die Wunder Jesu (wie die Heilung von Kranken und das Erwecken von Toten), betrachtet diese jedoch als Zeichen der Allmacht Gottes, nicht als Beweis für eine göttliche Natur Jesu.

  • Ethik und Spiritualität: Bazargan betont die moralische Vorbildfunktion Jesu. Er sieht in der Botschaft Jesu eine notwendige Ergänzung und Bestätigung der monotheistischen Linie, die im Islam ihren Abschluss findet.

Bedeutung des Titels

Der Titel spielt bewusst mit der islamischen Glaubensformel (Schahada). Während das Glaubensbekenntnis besagt, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist, erinnert Bazargan die Leser daran, dass die Anerkennung Jesu als Prophet ein integraler Bestandteil des muslimischen Glaubens ist. Ein Muslim kann kein gläubiger Muslim sein, ohne an die prophetische Sendung Jesu zu glauben.


Warum das Werk wichtig ist

Bazargan war nicht nur ein religiöser Denker, sondern auch ein liberaler Politiker und Naturwissenschaftler. Sein Ansatz ist:

  1. Versöhnlich: Er sucht nach Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam.

  2. Rational: Er versucht, religiöse Konzepte so zu erklären, dass sie auch für den modernen, wissenschaftlich geprägten Verstand zugänglich sind.

  3. Kritisch: Er wendet sich gegen religiösen Fanatismus und plädiert für eine Rückbesinnung auf die spirituellen Wurzeln der Religionen.

„Wer Jesus nicht ehrt, versteht den Koran nicht.“ – Dies ist der rote Faden, der sich durch Bazargans Argumentation zieht.

Lesenswert ist auch die Einleitung von Navid Kermani mit dem Tenor: Hier sprich ein Muslim, der auf das Christentum nicht mit der Faust, sondern mit Denken reagiert.

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