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Einen Monat vor den Kommunalwahlen hat der Tod eines mutmaßlich rechtsextremen Studenten Frankreich aufgeschreckt: Laut Staatsanwaltschaft wurde Quentin D. am 12. Februar am Rande eines Auftritts von Rima Hassan, einer Europa-Abgeordneten der Linkspartei LFI, von mehreren Personen zusammengeschlagen. Die französische Regierung sieht die LFI-nahe linksmilitante Jeune Garde (Junge Garde) für die Tat verantwortlich. |
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| Atmosphäre ist von Angst geprägtDie Lage in Frankreich ist hochexplosiv, schreibt La Stampa: „Selten hat Frankreich eine Eskalation politischer Gewalt so sehr gefürchtet. In den vergangenen 15 Jahren stand das Land vor mehreren schweren Herausforderungen, von islamistischen Anschlägen wie im Bataclan über Unruhen in den Vororten bis hin zu politischen Morden. Doch Gesellschaft, Institutionen, die politische Klasse und die Bürger blieben standhaft. Es gab keine Anzeichen von Rache oder Vergeltung. Diesmal jedoch hat sich der Kontext geändert und die Atmosphäre ist von Angst geprägt. ... Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Präsidentschaftswahl [2027] steht die französische Politik am Rande des Zusammenbruchs und die Lage ist hochexplosiv.“
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| Bei rassistischen Morden kein Wir-GefühlDie taz sieht eine fragwürdige Überidentifikation mit dem Opfer: „[E]ine Art Charlie-Kirk-Effekt. So sicherte Präsident Emmanuel Macron der Familie des Ermordeten nichts weniger als 'die Unterstützung der Nation' zu. Hätte eine Verurteilung der Gewalt nicht genügt? Zum Vergleich: ... Am 31. Mai 2025 wurde der tunesische Friseur Hichem Miraoui mit fünf Schüssen von einem Le-Pen-Anhänger ermordet. Auch rassistische Polizeigewalt führt in Frankreich immer wieder zu Toten. ... Man könnte auch die 164 Femizide allein im Jahr 2025 nennen. ... Es ist ... bezeichnend, dass bei Frauen und Menschen mit afrikanischen Namen in der politischen Rhetorik nicht annähernd ein vergleichbares Gefühl des 'Wir' propagiert wird.“
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| Gefahr von ultralinks wird ausgeblendetIn ihrem Feldzug gegen Marine Le Pen und die Rechten übersehen Frankreichs Linke, wie stark radikalisiert die eigenen Anhänger mittlerweile sind, moniert The Spectator: „Viele Sozialisten haben, wie ihre Freunde in den Medien, eine selektive Wahrnehmung. Während sie Marine Le Pens Partei stets als Gefahr für die Demokratie bezeichnen, ignorieren sie die offensichtliche und gegenwärtige Gefahr von links. … Ein Großteil der Linken in Frankreich glaubt, das Monopol auf Moral zu besitzen. Sie glauben zudem, dass im Kampf gegen 'Faschisten' jedes Mittel recht ist. In ihrem Fanatismus sind sie zu blind, um zu erkennen, dass sie selbst zu Faschisten geworden sind.“
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| Extreme Rechte verbiegt RealitätDie extreme Rechte will den Fall ausschlachten, warnt Libération: „[Die Rechtsaußen-Politikerin] Marion Maréchal Le Pen hat erklärt, dass 'die Gewalt der extremen Rechten im Vergleich zur Gewalt der extremen Linken vernachlässigbar ist'. Das ist falsch. Der Innenminister könnte dies bestätigen. Und [RN-Vorsitzender] Jordan Bardella hat bei seiner Pressekonferenz Manipulation betrieben, indem er behauptete, der Rassemblement National (RN) habe keinerlei Verbindungen mehr zu faschistischen, identitären, ultra-gewalttätigen oder rassistischen Splittergruppen. Auch das ist falsch. ... Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob das Drama in Lyon einen Umschwung auslöst, der durchaus erhebliche Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahlen haben würde. Nichts ist sicher.“
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| Deeskalationstechniken als Schulstoff lehrenGewaltverweigerung muss Bildungsthema werden, rät Antoine Marie, Experte für politische Psychologie, in The Conversation: „Deeskalationstechniken wie die Ablehnung, gewaltsam auf Provokationen zu reagieren, müssen systematisch gelehrt werden. Die Geschichte der Bürgerrechte in den USA zeigt, dass Gewaltlosigkeit nicht nur moralisch überlegen, sondern auch strategisch effizienter ist. Insbesondere weil sie den gesellschaftlichen Bewegungen in den Augen derer, die sie noch nicht unterstützen, größere 'moralische Glaubwürdigkeit' verleiht. … Da Radikalisierungsmechanismen bei (männlichen) Jugendlichen am häufigsten vorkommen, könnte dies ab der Mittelstufe in Schulen unterrichtet werden, so wie man es betreffs Desinformation zu machen beginnt.“
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