Donnerstag, 3. April 2025

Das Ende der Gewissheiten

"die Faschismusdebatte ist vorbei“, konstatierte der US-amerikanische Philosoph Jason Stanley vergangene Woche bei ZEIT Online. „Was wir jetzt sehen – das ist Faschismus.“ Die persönlichen Konsequenzen angesichts der systematischen Übergriffe der Regierung hat Stanley gezogen: Er wird die Yale University verlassen und migriert, wie auch die renommierten Historiker:innen Marci Shore und Timothy Snyder, nach Kanada.

Wenn Jason Stanley von faschistischen Zuständen in den USA spricht, geht es ihm nicht um perfekte Begriffe – sondern darum, die Strategien der Trump-Bewegung zu verstehen und zu benennen. Denn während radikale Populist:innen ihre Erfolgsstrategien längst gefunden haben, sind sie uns als Kräften der demokratischen Mitte abhanden gekommen.

Angesichts des Strukturbruchs der liberalen Demokratie müssen wir uns fragen: Welche Schwächen liegen im System selbst? Was gilt es zu bewahren und zu verteidigen? Und wo braucht es mutige Reformen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unserer großen Demokratiekonferenz Innocracy25 am 26. Juni 2025 – unten dazu mehr.

Zeiten absoluter Krise können – und müssen – auch Zeiten des Aufbruchs sein. Niemand versteht das besser als die Europäische Union, die für die sich durch die Abkehr der USA von der regelbasierten Ordnung, ähnlich wie beim Delors-Moment in den 1980er-Jahren, erneut ein Fenster für einen grundlegenden Integrationsschub Europas öffnet. Wie Deutschland das nutzen sollte, haben wir mit führenden Wissenschaftler:innen jüngst in einem Papier skizziert. (das Progressive Zentrum 2.4.2025)

Mittwoch, 2. April 2025

Raubkopierer für KI

 "Gerichtsdokumente zeigen, dass Meta raubkopierte Bücher und Artikel zum Training seiner KI-Systeme nutzt – andere Firmen wohl auch. Europa sollte das als mächtigen Hebel im Ringen mit den USA einsetzen." 30.03.2025 SPON 30.3.25

"Diese Woche nun hat das US-Magazin »The Atlantic« eine Suchmaschine verfügbar gemacht , mit der man eine weitere Datenbank für urheberrechtlich geschütztes Material durchsuchen kann. »Libgen« enthält vor allem wissenschaftliche Fachartikel und Bücher. Diese Datenbank wird in verschiedenen Versionen auf unterschiedlichen Rechnern vorgehalten, die laut dem US-Autorenverband Authors Guild  »aus Russland oder der Ukraine heraus operieren« und sich deshalb dem Zugriff der US-Justiz entziehen.

Hat Mark Zuckerberg persönlich zugestimmt?

Aus Gerichtsdokumenten , die kürzlich veröffentlicht wurden, geht hervor, dass die KI-Abteilung von Meta Libgen zum Training seines Sprachmodells Llama benutzt hat. Die Frage, ob man sich das erlauben soll, sei zuvor bis hin zu »MZ«, also mutmaßlich Mark Zuckerberg persönlich »eskaliert« worden, wie das im US-Firmensprech heißt. In der nun öffentlichen Meta-internen E-Mail , in der die frohe Botschaft verkündet wird, teilt ein Meta-Mitarbeiter noch etwas Interessantes mit: Man wisse »vom Hörensagen«, dass auch OpenAI und Mistral, ein französischer KI-Konkurrent, Libgen für Trainingsdaten nutzten. [...]

Besser verwalten durch Beauftragte?

Eine Kolumne von Thomas Fischer SPON 28.3.25

Allein der Bund hat aktuell 43 verschiedene »Beauftragte«, für die unterschiedlichsten Themenbereiche. Bringt das was? Eine Fallstudie.

28.03.2025, zwingend erforderlich ist und wann ein »kafkaesker« Verschlinger von Freiheit und Verantwortung, ist bekanntlich streitig. Folgt man den Kommentarspalten, so ist es ganz wesentlich der Bürokratie zuzuschreiben, dass Deutschland der Verarmung entgegen taumelt, was die allgemeine Unzufriedenheit fördert, die man ihrerseits mit noch mehr Bürokratie zu besänftigen versucht.[...]

Was der – zweifellos – gute Wille der Prävention und Daseinsfürsorge an Positivem bewirkt, macht er auf der Waagschale der Zentralisierung, Kontrolle und Bürokratisierung samt Einbeziehung aller Lebensvorgänge in hochkomplexe Verwaltungsstrukturen wieder zunichte. Da hilft auch die Dauersehnsucht nach »Digitalisierung« wenig." 

 

Generationenkonflikt Verweigert euch!

 Generationenkonflikt: Verweigert euch!

Eine Kolumne von Sabine Rennefanz
Die jungen Leute kriegen ein marodes Land übergeben, Billionenschulden vererbt und sollen jetzt auch noch Deutschland im Krieg dienen. Was ist in die Entscheider von heute gefahren?
SPON 27.3.25

Eine unter anderen Erklärungen für die heutige Wohnungsnot in Großstädten

 10.3.2006 : Dresden wird bald die einzige schuldenfreie deutsche Großstadt sein, denn es hat seine Wohnungsbaugesellschaft verkauft. Was das für die dort Wohnenden heißt, wird die Zukunft zeigen.

„Vertreter einer Bürgerinitiative machten vor der Stadtratssitzung noch einmal Stimmung gegen die Entscheidung, indem sie knapp 45.000 Unterschriften gegen den Komplettverkauf vorlegten. [...] Fortress setzte sich gegen insgesamt 80 andere Bieter durch. [...] Der zweitplatzierte Anbieter, die Berliner Beteiligungsgesellschaft Apellas des amerikanischen Investors George Soros, hatte 933 Millionen Euro geboten.“